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Mobilitätsdienstleistungen Carsharing mit Brennstoffzellen-Fahrzeugen ausgezeichnet

Redakteur: Christian Otto

Berylls Strategy Advisors hat gemeinsam mit der Linde AG das Carsharing „BeeZero“ auf die Straße gebracht – mit Brennstoffzellen-Fahrzeugen. Dafür erhielten die Berater nun einen Preis.

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Innerhalb von zwölf Monaten brachten die Linde AG und Berylls das Carsharing-Angebot BeeZero auf die Straße. Es setzt auf Brennstoffzellen-Fahrzeuge.
Innerhalb von zwölf Monaten brachten die Linde AG und Berylls das Carsharing-Angebot BeeZero auf die Straße. Es setzt auf Brennstoffzellen-Fahrzeuge.
(Bild: Christian Brecheis)

Die Brennstoffzelle im Automobil kann emissionsfreie Mobilität ermöglichen, insbesondere auch auf langen Strecken. Aktuell sind in Deutschland jedoch nur wenige hundert Fahrzeuge zugelassen und das Bewusstsein in der Öffentlichkeit ist gering. Deshalb plante die Linde AG im Sommer 2015, mit einem Carsharing-Ansatz den Beweis für die Alltagstauglichkeit der Technik anzutreten und diese so einem breiten Nutzerkreis näherzubringen. Die Premiere auf der Straße sollte dabei innerhalb von zwölf Monaten ab Projektstart erfolgen. Das gelang mit der Unterstützung der Unternehmensberatung Berylls Strategy Advisors: Seit August 2016 sind die ersten Kunden von „BeeZero“, so der Name des Carsharing-Angebots, auf Münchens Straßen unterwegs.

Ambitionierter Ansatz

„Es war ein sehr ambitionierter Plan, ein Carsharing mit einer neuen Technik, die so viele Herausforderungen bringt, in weniger als zwölf Monaten auf dem Markt zu bringen“, reflektiert Sandra Scherb, Geschäfsführerin der Linde Hydrogen Concepts GmbH. Denn die Anwendung der Brennstoffzelle ist noch in der frühen Phase der Entwicklung und bedingt substanzielle Einschränkungen, insbesondere hinsichtlich Fahrzeugauswahl und Tank-Infrastruktur. Dies waren laut Linde und Berylls nur einige der zu berücksichtigende Punkte. Auch der verantwortliche Projektleiter auf Seiten von Berylls, Leonhard v. Harrach, spricht von einem herausfordernden Projekt: „Aufgrund der straffen Zeitlinie gab es keine Fehlertoleranz, wir mussten parallel zur Konzeption bereits die Implementierung einleiten. Das ging weit über einen normalen strategischen Auftrag hinaus.“

Start-Up-Ansatz als Herausforderung

BeeZero ist aber vor allem ein Start-up und damit eine agile Organisationsform, die sich von den klassischen Konzernstrukturen abhebt: „Die Geschwindigkeit in der Umsetzung verlangte die Gründung eines eigenständigen Geschäfts. Mit dem Kerngeschäft von Linde sind wir nur lose verbunden – wir versuchen das Beste aus Startup Denken und Konzernunterstützung zu kombinieren.“ So Andreas Wittmannn, Geschäftsführer der Linde Hydrogen Concepts GmbH. „Das ist für einen traditionellen Industriekonzern eine große Herausforderung“. Das scheint geglückt, denn innerhalb weniger Monate wurde aus dem Konzept Realität. Im April 2016 wurde BeeZero der Öffentlichkeit vorgestellt und im August fanden die ersten Fahrten statt. Als zonenbasiertes Carsharing-Modell wurden fünfzig BeeZero-Fahrzeuge vom Typ Hyundai ix35 Fuel Cell in der Münchner Innenstadt, in Schwabing, Haidhausen, in der Au und im Glockenbachviertel zur Verfügung gestellt. Die Fahrzeugbuchung erfolgt, wie bei herkömmlichen Carsharing-Diensten, bequem online oder per Smartphone-App.

Reichweitenvorteil

Beezero hat einen besonderen Fokus auf attraktive Anwendungszwecke, wie Fahrten ins Münchner Umland und die Berge. Mit einer Reichweite von über 400 Kilometern pro Tankfüllung eignen sich Brennstoffzellenautos – anders als batterie-elektrische Fahrzeuge – nicht nur für kurze Stadtfahrten, sondern sind vor allem für mittellange Fahrten – zum Beispiel für Ausflüge – prädestiniert. Eine stetig ansteigende Zahl von Kunden nutzt BeeZero laut den Projektverantwortlichen genau dafür. Mittlerweile gibt es über 2.000 registrierte Nutzer. Die Betankung der Fahrzeuge übernehmen – außer auf eigenen Wunsch des Kunden – BeeZero-Mitarbeiter. Der verwendete Wasserstoff stammt laut dem Unternehmen ausschließlich aus nachhaltiger Produktion und sei somit komplett emissionsfrei.

Das Projekt und insbesondere die Arbeit von Berylls wurden zudem nochmals gewürdigt: Am vergangenen Dienstagabend (15. November) vergab die „Wirtschaftswoche“ zum siebten Mal den Titel „Deutschlands beste Unternehmensberater“. Berylls Strategy Advisors belegte dabei mit dem Projekt „BeeZero“ den ersten Platz in der Kategorie „Project Excellence – Wettbewerbsstrategie“.

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