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Leichtbau CCeV Automotive Forum 2015: Die Carbonbranche tauscht sich aus

| Redakteur: Christian Otto

In der Motorworld Stuttgart fand das fünfte Automotive Forum des Carbon Composites e.V. (CCeV) statt. Am 28. und 29. Juli trafen sich rund 150 Fachleute, um Neues aus der Welt der Faserverbundtechnologie zu hören.

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Dr. Thomas Wolff, Leiter der Technologieentwicklung CFK bei BMW, sprach auf dem CCeV Automotive Forum über die Erfahrungen des Fahrzeugherstellers mit den i-Fahrzeugen.
Dr. Thomas Wolff, Leiter der Technologieentwicklung CFK bei BMW, sprach auf dem CCeV Automotive Forum über die Erfahrungen des Fahrzeugherstellers mit den i-Fahrzeugen.
(Foto: CCeV)

Zu Beginn des Forums begrüßte Heinrich Timm als stellvertretender Vorsitzender des CCeV und in Vertretung für den Vorstandsvorsitzenden Professor Jäger die anwesenden Gäste und Referenten und blickte auch auf das Jahr 2014 zurück. Er attestiert für das vergangenen Jahr dabei einen steten Trend: „Leichtbau hat nicht an Gewicht verloren.“ Zugleich haben laut Timm gerade die neuen Fahrzeuge wie die Mercedes C-Klasse oder der Audi Q7 sowie der BMW 7er gezeigt, dass materialhybride Konzepte sich zunehmend durchsetzen. Das biete auch den zum CCeV gehörenden Unternehmen neue Chancen. Zudem konnte der ehemalige Audi-Mann Timm verkünden, dass nun auch Daimler als weiterer OEM Mitglied des CCeV geworden sei. Nach seiner kurzen Einführung übergab er an die ersten Referenten, die mit ihren Beiträgen den Vorabend des eigentlichen Forums bereichern sollten.

Und der Vorabend gehörte den Visionen: Peter Fröschle, Geschäftsführer des ARENA 2036 e.V., gab einen Überblick über die einzelnen Ziele und Etappen dieses Zukunftsprojekts. Dr. Wolfgang Seeliger, Geschäftsführer der Leichtbau BW GmbH, entführte die Zuhörer in eine Welt ohne Staus auf den Straßen – dank integrierter architektonischer, logistischer und elektronischer Funktionalitäten. Professor Klaus Drechsler, Inhaber des Lehrstuhls Carbon Composites an der TU München und Vorsitzender des Abteilungsvorstandes von MAI Carbon, einem Projekt des CCeV, gab einen Ausblick auf die Zeit nach der staatlichen Förderung des Spitzenclusters.

BMW: Erfahrungen durch i-Projekt

Der eigentliche Kongresstag war dicht gefüllt mit neun Referaten und einer angeregten Diskussion zwischen den Themenblöcken. Dr. Thomas Wolff, Leiter der Technologieentwicklung CFK bei der BMW-Group, schilderte die Erfahrungen des Hauses nach den ersten zwei Produktionsjahren der i-Fahrzeuge. Diese sind komplett aus CFK gefertigt – eine Herausforderung für alle an dem Projekt Beteiligten. Für Wolff allerdings auch eine überaus reiche Erfahrung, die in die zukünftigen Projekte von BMW einfließen wird. So werden beispielsweise im neuen 7er-BMW 14 CFK-Komponenten verbaut. Dies wäre nicht möglich gewesen ohne die CFK-Autos i3 und i8. So verfügt BMW jetzt über eine komplette Prozesskette für die Produktion mit CFK – von der Precurser-Herstellung in Otake/Japan bis zum Recycling in Wackersdorf.

Dabei bleibt das Unternehmen aber nicht stehen: Dr. Wolff erläuterte den Weg, den BMW geht, um weitere Materialvarianten für den Leichtbau seiner Fahrzeuge zu erschließen. Auf diesem Zukunftskurs nutzt der Autobauer die Expertise des Carbon Composites e.V. als Kompetenznetzwerk: Sowohl in der Aus- und Weiterbildung als auch über die technischen Arbeitsgruppen und die Spezialistenprojekte des Spitzenclusters MAI Carbon ergeben sich Synergien, die BMW zum eigenen und zum Vorteil des Netzwerks nutzt.

Nicht nur Unternehmen und Netzwerke profitieren voneinander, sondern auch Branchen: Professor Peter Middendorf, Direktor des CCeV-Mitglieds IFB (Institut für Flugzeugbau) der Uni Stuttgart und Professor Heinz Voggenreiter, Direktor des DLR-Instituts für Werkstoffforschung, ebenfalls ein Mitglied des Carbon Composites-Netzwerks, präsentierten „Prämissen zum Leichtbaunutzen“, den der Automobilbau von der Luft- und Raumfahrt ziehen kann.

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