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Billigautos Chancen für die Automobilelektronik

| Redakteur: Dipl.-Ing. (FH) Thomas Kuther

Der Tata Nano, das 100.000-Rupien-Fahrzeug von Tata Motors, läutete Anfang 2008 die Ära der Ultra Low Cost Cars ein.

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Inzwischen hat sich das Nischenprodukt Billigauto zu einem zukunftsträchtigen Automobilsegment entwickelt. Dies wird ein Thema der electronica automotive conference am 10. und 11. November 2008 in München sein.Strategy Analytics sagt den Ultra Low Cost Cars, also Fahrzeugen der Preisgruppe 2.000 bis 5.000 Dollar, eine große Zukunft voraus. Während der Markt für Normal-Fahrzeuge unter 3,5 Tonnen in den heute üblichen Preissegmenten zwischen 2010 und 2015 im Schnitt jährlich nur moderate 3 Prozent zulegen soll, wird im gleichen Zeitraum der Markt für „Billigstautos“ mit einem jährlichen Zuwachs von 25 Prozent geradezu explodieren. Dieser Automobilsektor profitiert von der wachsenden Nachfrage insbesondere in den Schwellenländern China und Indien. So haben Kleinwagen in Indien einen Anteil von rund 75 Prozent am Gesamtmarktvolumen von rund 1,15 Millionen Autos (2007/2008), der bis Ende 2009/2010 nach Schätzungen von Frost & Sullivan noch auf 2,1 Millionen steigen wird. Mit erschwinglichen Fahrzeugen erschließen sich die Automobilhersteller die Käuferschicht der immer größer werdenden Mittelklasse sowie der bisherigen Zweirad-Fahrer.

Enorme Wachstumsraten für die Automobilelektronik erwartet

Der Downsize-Trend der asiatischen Länder wirkt sich auch auf den Automobilelektronikmarkt aus. Zwar benötigen die aktuellen Billigfahrzeuge wie der Tata Nano im Vergleich zu durchschnittlichen europäischen Fahrzeugen nur wenig Elektronik. Aber das enorme Wachstum in diesem Bereich, gepaart mit dem steigenden Einsatz von Elektronik für die Erfüllung von Emissionsauflagen und höherer Kundenanforderungen wird nach Einschätzung von Strategy Analytics den Anstieg am Gesamtmarkt übertreffen. So sollen allein die elektronischen Steuergeräte (ECUs = electronic control units) in Ultra-Low-Cost-Fahrzeugen zwischen 2010 und 2015 im Schnitt um 36 Prozent im Jahr wachsen und schließlich in einem Marktvolumen von über 2 Milliarden Dollar gipfeln. Der Gesamtmarkt für ECUs verzeichnet in diesen fünf Jahren dagegen eine durchschnittliche Wachstumsrate von moderaten 5 Prozent und wird sich 2015 auf gut 72 Milliarden Dollar belaufen.

Billigautos, ein Thema der electronica 2008

Unter dem Titel „electronics meets automotive“ referieren auf der electronica 2008 am 10. und 11. November 2008 Sprecher aus Industrie und Wirtschaft über Strategien, Trends und technische Themen. Mit an Bord sind unter anderem Experten von BMW, Delphi, Sharp, Valeo und Volvo sowie ELMOS Semiconductor, Freescale Semiconductor, Panasonic Industrial Europe, STMicroelectronics und Tyco Electronics AMP.

Parallel zu den Konferenztagen und im Anschluss daran informiert die electronica 2008 vom 11. bis 14. November über Produkte und Dienstleistungen für die Automobilindustrie. Insgesamt werden etwa 3.000 Aussteller in 14 Messehallen erwartet, rund 1200 Aussteller zeigen Produkte und Anwendungen der Automobilelektronik.

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