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Elektromobilität Chattanooga wird VW-Entwicklungszentrum für E-Fahrzeuge in den USA

| Autor / Redakteur: Ampnet/hrr; Thomas Günnel / Thomas Günnel

Noch bevor die Produktion des neuen ID 4 im amerikanischen Werk Chattanooga anlaufen soll, will Volkswagen ein neues Hochspannungslabor aufbauen – und hier Akkukomponenten selbst entwickeln und testen.

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Im Werk in Chattanooga will Volkswagen künftig Akkus selbst entwickeln.
Im Werk in Chattanooga will Volkswagen künftig Akkus selbst entwickeln.
(Bild: Volkswagen)

Warum Chattanooga eine enge Partnerschaft mit Wolfsburg in Niedersachsen pflegt, liegt auf der Hand: Seit Mai 2011 rollen hier in einer Fabrik mit einer Belegschaft von rund 3.500 Mitarbeitern Volkswagen-Modelle für Kanada, Mexiko und den USA vom Band. Jetzt erweitert Volkswagen soll das Werk zum nordamerikanischen Zentrum für Elektrofahrzeuge – für Montage und Entwicklung.

Dazu soll das Werk künftig über ein Hochvolt-Labor verfügen, bis zum Frühjahr 2021 soll es voll funktionsfähig sein. Hier will das Unternehmen eigene Zellen und Batteriepacks für Elektrofahrzeuge entwickeln und testen, die künftig in den USA montiert werden. Das Labor soll über Drucktester, explosionsgeschützte Klimakammern und einen sogenannten Multi-Axis Shaker Table (MAST) verfügen. Der „MAST“ ist ein Kfz-Prüfsystem, das Vibrationen in mehreren Freiheitsgraden simulieren kann. So lassen sich Fahrzeugkomponenten auf ihr Verhalten unter schwierigen Bedingungen testen, ohne dafür Tests auf der Straße fahren zu müssen.

Testsystem für schwere Akkus

Die Besonderheit des Systems in Chattanooga: Es wurde für Batterien von Elektrofahrzeugen entwickelt, die größten und schwersten Komponenten in einem Elektroauto. Jason Swager, Direktor für elektrische Entwicklung, sagt: „Wir mussten einen MAST bauen, der die immense Kraft und Frequenz aushält, die wir zum Testen dieser Batterien einsetzen.“

Um bis 2050 CO2-neutral zu sein, soll das Labor nach LEED-Standards für Umweltauswirkungen gebaut werden (LEED, Leadership in Energy and Environmental Design, Führung in Energie-und Umweltdesign). Das bedeutet unter anderem, dass eine Batterie-Netz-Verbindung die nicht genutzte Energie an die Versorgungsunternehmen zurücksendet. Die ersten VW ID 4 sollen ab dem Jahr 2022 in Chattanooga vom Band rollen.

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