Studie China baut Vorsprung in Elektromobilität aus

Redakteur: Lisa Marie Waschbusch

Die Ergebnisse des aktuellen Electric Vehicle Index (EVI) von der Unternehmensberatung McKinsey zeigen: China ist auf dem Weg, weltweit führender Anbieter in der Elektromobilität zu werden. Deutschland steht europaweit derzeit an zweiter Stelle – hinter Spitzenreiter Norwegen.

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Deutschland schafft es einer Studie von McKinsey zufolge mit fast 60.000 verkauften E-Autos auf Rang zwei in Europa.
Deutschland schafft es einer Studie von McKinsey zufolge mit fast 60.000 verkauften E-Autos auf Rang zwei in Europa.
(Bild: Continental)

China baut den Vorsprung in der Elektromobilität weiter aus: Laut dem aktuellen Electric Vehicle Index von McKinsey wurde hier 2017 mit über 600.000 verkauften Elektroautos weltweit fast jedes zweite E-Auto zugelassen. Global übersprangen die Neuzulassungen mit 1,2 Millionen Fahrzeugen erstmals die Millionengrenze.

Die Nachfrage in Europa mit 306.000 Neuzulassungen (+ 39 Prozent) und den USA mit 200.000 neuen E-Autos (+ 27 Prozent) entwickele sich hingegen langsamer, so die Studie weiter. Deutschland schaffe es dennoch aktuell auf Platz zwei in Europa: Mit 58.000 verkauften E-Autos und verdoppelter Zulassungszahl liegt Deutschland hinter Spitzenreiter Norwegen. In Europa ist zudem jedes zweite E-Auto ein Plug-in-Hybrid; ein deutlich höherer Anteil als in Asien.

China liegt in der Produktion vorne

Auch in der Produktion von Elektrofahrzeugen liegt China mit 41 Prozent Weltmarktanteil deutlich vorne; es folgen Japan mit 19 Prozent und Deutschland mit 18 Prozent. Im Land mit den meisten produzierten E-Autos und E-Komponenten wird auch die Nachfrage massiv gefördert: Durchschnittlich rund 40 Prozent des Kaufpreises eines E-Autos werden subventioniert; in Deutschland sind es nur knapp 20 Prozent.

In allen großen Ländern dominieren bislang einheimische Unternehmen: In China stammen die fünf meistverkauften E-Autos allesamt von chinesischen Anbietern, in Deutschland stellen deutsche Marken vier der Top fünf, ebenso wie die amerikanischen Hersteller in den USA. Für 2018 und 2019 sind weltweit fast 250 neue E-Modelle angekündigt. Bis 2020 schließe Deutschland dann mit rund 1,3 Millionen jährlich produzierten E-Fahrzeugen zu China auf, so die Studie.

Regionale Unterschiede auf dem E-Auto-Markt

„Die Entwicklung verläuft im Moment regional sehr unterschiedlich – man kann nicht von einem weltweit einheitlichen E-Auto-Markt sprechen“, erläutert Nicolai Müller, Seniorpartner von McKinsey. „Viele Faktoren unterscheiden sich von Land zu Land – teilweise von Stadt zu Stadt: von der Höhe der Kaufprämien über weitere Vorteile wie freies Parken bis hin zur Ladeinfrastruktur und den Regeln für Autos mit Verbrennungsmotor.“

Der von McKinsey entwickelte Electric Vehicle Index untersucht seit 2010 auf Länderebene, wo die für die Elektromobilität 15 wichtigsten Nationen jeweils stehen. Die untersuchten Länder sind: Belgien, China, Deutschland, Frankreich, Großbritannien, Indien, Italien, Japan, Niederlande, Norwegen, Österreich, Schweden, Schweiz, Südkorea und USA.

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