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Dürr China macht dem Umsatz Beine

| Autor / Redakteur: dpa / Bernd Otterbach

Der Anlagen- und Maschinenbauer Dürr wird 2011 mit einer Rekordbilanz abschließen. Der Boom in dem asiatischen Riesenreich erwies sich als treibende Kraft hinter dem Erfolg des Unternehmens aus Bietigheim-Bissingen mit seinen weltweit inzwischen rund 7.000 Mitarbeitern.

Sowohl Umsatz und Gewinn als auch der für die Zukunft wichtige Auftragseingang steuerten eindeutig auf neue Bestmarken zu, sagte Vorstandschef Ralf Dieter am Wochenende in Shanghai. Nach den vorläufigen Angaben wird der Mittelständler rund 1,8 Milliarden Euro umsetzen - eine halbe Milliarde Euro mehr als im Vorjahr. Unter dem Strich werde Dürr mindestens 50 Millionen Euro verbuchen - 2010 waren es 7 Millionen Euro. Der Gewinn vor Zinsen und Steuern (Ebit) solle mit etwa 90 Millionen Euro fast dreimal so hoch ausfallen wie vor einem Jahr (34 Mio. Euro). Und auch der Auftragseingang war mit 2,5 Milliarden Euro noch nie so hoch.

Dabei hatten sich die Baden-Württemberger im laufenden Jahr immer wieder nach oben korrigiert. Nach zunächst veranschlagten 5 Prozent Order-Plus folgte im August eine Prognose von 20 Prozent auf knapp 2,0 Milliarden Euro - und nun wurde es noch einmal eine halbe Milliarde mehr.

Mehr als 100 Prozent Auslastung für 2012

So sieht auch Dürr angesichts der prallen Auftragsbücher keinerlei Anzeichen für eine womöglich bald erlahmende Konjunktur. Das Jahr 2012 sei schon wieder abgesichert, sagte Dieter. „Die Aufträge sind im Haus und unterschrieben. Vom Auftragsbestand her sind wir im Moment für 2012 durch.“ Dürrs Auslastung liege derzeit bei teils mehr als 100 Prozent und es gebe aktuell schlicht keinen Anlass zur Sorge.

Allerdings liegen die Gründe für den Höhenflug längst nicht mehr in Dürrs Heimat. Fern von Europa – mit schwächelnden Banken und der Euro-Krise - ist besonders China der Motor, der Dürr Schub verleiht. In dem Land rechnet Dieter für das auslaufende Jahr mit Aufträgen im Wert von einer Milliarde Euro - das wäre fast eine Verdopplung im Vergleich zum Vorjahr (590 Mio. Euro). In China will Dürr dieses Jahr rund 550 Millionen Euro Umsatz machen - satte 95 Prozent Plus.

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