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Wirtschaft China: Markt langsamer – Neuheiten in Peking

| Redakteur: Wolfgang Sievernich

Eine Studie sieht für den chinesischen Markt nur noch einstellige Wachstumsraten vor. Dennoch bleibt der Markt für die europäischen OEMs weiterhin wichtig, wie die Neuvorstellungen auf der Peking Auto Show zeigen.

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Auf der Peking Auto Show zeigen die Automobilhersteller zahlreiche neue SUV, Limousinen, Elektro- und Hybridfahrzeuge.
Auf der Peking Auto Show zeigen die Automobilhersteller zahlreiche neue SUV, Limousinen, Elektro- und Hybridfahrzeuge.
(Foto: Volkswagen)

Die zweistelligen Wachstumsraten des chinesischen Automobilmarkts sind vorerst Vergangenheit. Wie eine Studie der Unternehmensberatung Pricewaterhousecoopers (PwC) belegt, wird der Markt in den kommenden Jahren deutlich an der bislang gewohnten Dynamik verlieren. „Die Zeiten, in denen das Wachstum im Schnitt bei mehr als 20 Prozent lag, sind definitiv vorbei. Wir rechnen für die nähere Zukunft nur noch mit mittleren bis höheren einstelligen Werten", sagt Felix Kuhnert, Leiter des Bereichs Automotive bei PwC in Deutschland, im Hinblick auf die am Montag beginnende Peking Auto Show.

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Markt für deutsche Hersteller weiterhin wichtig

„Schon 2015 konnte der chinesische Automobilmarkt nur dank staatlicher Unterstützungen wachsen: um 6,7 Prozent. Die sinkende Dynamik produziert Überkapazitäten. Mehr als zehn Millionen Fahrzeuge könnten den Analysten zufolge in diesem Jahr produziert werden – wenn die Nachfrage da wäre. Nichts desto trotz ist der chinesische Automobilmarkt auch für die deutschen und europäischen Automobilhersteller weiterhin einer der stärksten Märkte. Insbesondere PKW mit einem Hubraum von bis zu 1,6 Liter profitieren von der geltenden Mehrwertsteuererleichterung. In den ersten drei Monaten dieses Jahres lagen die Pkw-Verkäufe mit knapp 5,5 Millionen Fahrzeugen um gut neun Prozent über dem Niveau des Vorjahres. Ebenfalls von steigenden Zulassungszahlen profitiert das Premiumsegment.

Zahlreiche Neuheiten in Peking

So stellt Mercedes in China die Langversion der neuen E-Klasse (Baureihe 213) vor und hat angekündigt, speziell den Passagieren im Fond in Sachen Komfort und Luxus mehr bieten zu wollen. Auch Audi stellt mit der Langversion des Audi A4 ein wichtiges Modell in der Mittelklasse vor. Jaguar präsentiert den XF-L, die Langversion der oberen Mittelklasselimousine. Das wird neben dem Range Rover Evoque und dem Land Rover Discovery das erste Jaguar-Modell des Unternehmens Jaguar Land Rover sein, das in China produziert wird.

VW mit Oberklasse und Touareg Nachfolger

In der Oberklasse will Volkswagen auch nach dem Phaeton eine Rolle spielen. Schon kurz im Rahmen des Genfer Automobilsalons vorgestellt, will der deutsche Automobilhersteller mit dem Phideon in Peking punkten. Mit über fünf Metern Länge bietet der Phideon im Fond gar Loungeatmosphäre. Im Fahrerbereich finden sich das neu konzipierte Active Info Display für virtuelle Eindrücke in 3D-Optik und ein so genannter Chauffeur-Modus, mit dem sich Informationen vom Fahrgast ins Infotainmentsystem übertragen lassen. Volkswagen gibt mit der Studie VW Beijing Concept zudem einen Vorgeschmack auf die nächste Generation des VW Touareg. Die Studie des SUV-Flaggschiffs der Marke setze die Digitalisierung des Automobils konsequent fort und rücke den Menschen stärker denn je in den Mittelpunkt heißt es in der Ankündigung des Herstellers. Den Antrieb übernimmt ein Plug-in-Hybrid mit 280 kW/381 PS.

Skoda und Renault mit neuen SUV

Bei Renault spielt die Neuauflage des Renault Koleos eine große Rolle auf der Peking Auto Show. Das Mittelklasse-SUV ist die französische Variante des Nissan X-Trail, trägt aber wie sein kleiner Bruder Kadjar, der auf dem Nissan Qashqai basiert, ein eigenständiges Blechkleid. BMW stellt für den chinesischen Markt die verlängerte SUV-Version des X1 vor. Skoda feiert dagegen die China-Premiere des Showcars Vision S. Das Modell soll einen Ausblick auf ein SUV oberhalb des Yeti geben. Das Serienmodell soll im Herbst auf dem Pariser Autosalon vorgestellt werden. Der Plug-in-Hybrid hat eine Systemleistung von 165 kW / 225 PS. Die Studie kann bis zu 50 Kilometer weit rein elektrisch fahren.

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