Sicherheit China NCAP setzt zum Überholen an

Von Ralf Reuter*

Lange hat der chinesische Verbraucherschutz die Crashtests der anderen NCAPs mit zeitlichem Verzug in China eingeführt. Doch künftig strebt man auch hier eine Vorreiterrolle an.

Stetig neue Tests wie der seitliche Pfahlaufprall sollen helfen, die passive Fahrzeugsicherheit zu erhöhen.
Stetig neue Tests wie der seitliche Pfahlaufprall sollen helfen, die passive Fahrzeugsicherheit zu erhöhen.
(Bild: Euro NCAP)

Im Jahr 1979 bewertete die amerikanische Fahrzeugsicherheitsbehörde NHTSA (National Highway Traffic Safety Administration) Fahrzeuge erstmals anhand von Maßstäben, die über die gesetzlichen Anforderungen hinausgingen. Die Bundesbehörde wählte dafür den Begriff „New Car Assessment Program“ (NCAP), der bis heute den Bereich Fahrzeugsicherheit prägt. Seitdem ging es voran: Während sich die US-Amerikaner eher schwer tun, ihr NCAP-Programm weiterzuentwickeln, wurde vor allem Euro NCAP in den vergangenen Jahren zum Vorreiter bei der Weiterentwicklung der Testprogramme. Nun ziehen die Chinesen nach: Sie planen, ähnlich wie in vielen anderen Bereichen auch, sich beim Thema NCAP-Tests an die Spitze zu setzen.

Große Ambitionen in China

Das China Automotive Technology and Research Center (Catarc), unter dessen Federführung das chinesische NCAP (C-NCAP) durchgeführt wird, hat für das Jahr 2021 umfangreiche und ambitionierte Änderungen am Testprogramm angekündigt. Im Bereich der Crashtests verfolgt C-NCAP eine ganz ähnliche Strategie wie Euro NCAP: Der klassische Offset-Crash gegen eine deformierbare Barriere wird durch den MPDB (Mobile Progressive Deformable Barrier) ersetzt, bei dem das Fahrzeug bei 50 km/h mit einem Barrierewagen kollidiert, der ebenfalls mit 50 km/h fährt. Dieses von Euro NCAP entwickelte Testverfahren erlaubt erstmals, die Kompatibilität von Fahrzeugen zu bewerten, also die Frage: Wie geht das Fahrzeug mit einem Unfallgegner um?