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Wirtschaft China: Patentieren statt kopieren

| Autor: Christian Otto

Die Forschung und Entwicklung der chinesischen Automobilindustrie zielt stark auf Smart Cars, also vernetzt, elektrifiziert und autonom fahrende Fahrzeuge – das zeigt die Flut von Patenten. Deutsche Mitbewerber sollten einen wachen Blick darauf haben.

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Dreiste Plagiate wie die Evoque-Kopie von Landwind dürften abnehmen. Stattdessen gehen chinesische OEMs in die Technologie-Offensive.
Dreiste Plagiate wie die Evoque-Kopie von Landwind dürften abnehmen. Stattdessen gehen chinesische OEMs in die Technologie-Offensive.
(Bild: SP-X/Peter Maahn)

Auf mancher internationalen Automobilmesse sieht man sie noch: dreiste Kopien westlicher Fahrzeugmodelle, die chinesische Hersteller unter neuen Namen lancieren. Doch wer die OEMs und Zulieferer im Reich der Mitte nur im Licht solch plumper Design- und Komponentendiebstähle sieht, unterschätzt sie. Vielmehr zeigt die dortige Automobilbranche in den letzten Jahren eine sich immer stärker ausprägende Innovationstiefe.

Politisch gefördert

Insbesondere Smart Cars, also Fahrzeuge, die vernetzt, elektrifiziert und zunehmend auch autonom fahren, sind in den Fokus chinesischer Unternehmen und Universitäten gerückt – gepusht von der Regierung in Peking. Ein wichtiges Programm ist dabei das industrieübergreifende „Made in China 2025“. Der Anspruch der politischen Führung ist es, das Land von einer Werkbank für internationale Unternehmen zu einem globalen Innovationsführer zu entwickeln. Hierbei will die chinesische Regierung traditionelle Antriebskonzepte weitgehend überspringen und viel direkter auf die Themen Elektromobilität, Digitalisierung sowie Vernetzung von Fahrzeugen setzen. Dahinter steckt zum einen die Erkenntnis, dass man bei den Verbrennungsmotoren den jahrzehntelangen Vorsprung der westlichen OEMs und Zulieferer nicht einholen kann. Zum anderen sieht Peter Nagel, geschäftsführender Gesellschafter der Marketingberatung ANP Management Consulting GmbH, aber die Überzeugung, „nicht alte Technik nachbauen zu wollen, die ohnehin in absehbarer Zeit ausläuft, sondern gleich auf zukünftige Technologien zu setzen“.Für Nagel ist das sich beschleunigende F&E-Engagement auch belegbar: So zeigen Recherchen seines Unternehmens, dass in China – meist unbemerkt von westlichen Wettbewerbern – die Patenteingänge stark zugenommen haben.

Über den Autor

 Christian Otto

Christian Otto

stellvertretender Chefredakteur, Redaktion AUTOMOBIL INDUSTRIE