China Market Insider Chinas Festkörper-Batterie: Technischer Durchbruch oder „Angeberei“?

Autor / Redakteur: Henrik Bork* / Sven Prawitz

In China gibt es derzeit eine hitzige Debatte über Festkörper-Akkus. Während chinesische Autohersteller eine Reichweite von 1.000 Kilometer ankündigen, warnen Experten vor voreiligen Versprechungen.

Mit dem Format „China Market Insider“ berichtet »Automobil Industrie« regelmäßig über den chinesischen Automobilmarkt.
Mit dem Format „China Market Insider“ berichtet »Automobil Industrie« regelmäßig über den chinesischen Automobilmarkt.
(Bild: Jan Becke/stock.adobe.com)

Kommen die Festkörper-Akkus schneller als angenommen? Chinas aufgeregte Mediendebatte der vergangenen Woche könnte dies nahelegen. Nicht nur das E-Auto-Start-up Nio, sondern gleich zwei weitere chinesische Hersteller haben eine „Solid-State“-Batterie angekündigt. Experten warnen jedoch vor voreiligen Versprechungen, berichtet »Automobil Industrie« China.

Wenn jemand erzählt, dass ein E-Auto 1.000 Kilometer weit fahren kann, in ein paar Minuten wieder aufgeladen ist und seine Kosten sehr gering sind, dann ist dieser Mensch ein Lügner.

Doch nur „Semi-Solid-State-Batterie“

Nio hatte für sein neues SUV „ET7“ eine „Festkörperbatterie“ und eine Reichweite von mehr als 1.000 Kilometern verkündet. Ungefähr einen halben Tag lang stiegen daraufhin die Aktienkurse aller Unternehmen, die mit der Technik in Zusammenhang gebracht werden. Danach purzelten sie wieder nach unten, denn es hatte sich herumgesprochen, dass der ET7 frühestens im kommenden Jahr auf die Straßen gelangt, und dass es sich bei der Batterie in Wirklichkeit um eine „Semi-Solid-State“-Batterie handelt.