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Gonow GX6 Chinesen im Gelände

| Redakteur: Jens Meiners

Mit dem Gonow GX6 stößt China Automobile Deutschland in eine Marktlücke vor, die von heutigen SUV kaum noch bedient wird.

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In diesen Wochen will der Importeur China Automobile Deutschland (CAD) einen neuen Chinesen auf Deutschlands Straßen bringen. Der fast fünf Meter lange Geländewagen GX6 soll knapp 20.000 Euro kosten. CAD stößt damit in eine Marktlücke: Klassische Allrader vom Schlage eines Opel Frontera oder Hyundai Galloper - zum Arbeiten und Transportieren, nicht jedoch für das Renommieren auf dem Boulevard geschaffen - gibt es eigentlich kaum noch. Wenige Ausnahmen wie der über 30 Jahre alte Lada Niva oder der über 32.000 Euro teure Nissan Patrol bestätigen die Regel.

In diese freigewordene Nische dringt der GX6 vor, der von der in Europa weitgehend unbekannten Firma Zhejiang Gonow gebaut wird. Die Eckdaten verheißen klassische Geländewagen-Tugenden: Der GX6 tritt mit einem hohen, viertürigen Aufbau auf Kastenrahmen und Allradantrieb mit Geländeuntersetzung an. Die großen Trittbretter, das außen angebrachte, verschalte Reserverad und die Dachreling betonen den rustikalen Charakter des Allraders.

Spartanisches Ambiente statt Edel-SUV

Die Karosserie des GX6 misst stolze 494 cm Länge und 186 cm Höhe. Sie verbirgt einen geräumigen Innenraum, der beim Testwagen komplett in schwarz verkleidet und ausgeschlagen war. Der Kofferraum ist mit Hartplastik verschalt. Nur am Armaturenbrett gibt es großflächige, silberne Zierelemente. Zusammen mit der weißen Instrumentenbeleuchtung unterstreichen sie das kühle Ambiente, das im GX6 in dieser Farbvariante herrscht. Sie könnten sicherlich noch etwas passgenauer montiert werden.

Der CAD GX6 wird in Deutschland zunächst mit einem 2,4-Liter-Benziner angeboten, der von einer Mitsubishi-Konstruktion abgeleitet ist. Mit 145 PS sollen so 165 km/h Spitze und ein Verbrauch erzielt werden, der zwischen 9 und 12 l/100 km liegt. Die Spritkosten lassen sich dabei durch eine Flüssiggas-Anlage erheblich senken. CAD bietet sie ab Werk für 2.000 Euro Aufpreis an.

Hörbarer Dieselantrieb

Der Testwagen war allerdings mit einem hörbar zu Werke gehenden Dieselmotor ausgerüstet, der trotz längerer Vollgaspassagen im Verbrauch insgesamt unter 10 l/100 km blieb. Erst im Spätsommer soll der GX6 auch in Europa als Selbstzünder bestellbar sei - dann mit einem 2,4-Liter-Turbodiesel aus italienischer Produktion.

Die Fahrdynamik auf der Straße spielt im GX6 eine untergeordnete Rolle. Seine klassische Bauart und der hohe Schwerpunkt lassen es nicht angeraten erscheinen, die Grenzbereiche auszuloten. Anders sieht es im Gelände aus, wo das Allrad-Fahrzeug mit seiner Geländeuntersetzung und großer Achsenverschränkung auftrumpft.

Design-Anpassungen vor dem Verkaufsstart

Bis der CAD GX6 bei den Händlern steht, wird das Design übrigens noch einmal leicht überarbeitet. Die in die Haube gezogenen Scheinwerfer weichen horizontal betonten Einheiten, ein neuer Kühlergrill reicht tief herunter und die Heckleuchten werden komplett schwarz eingefärbt.

Ein Premium-Modell für gehobene Ansprüche wird der Chinese auch mit diesen Modifikationen nicht. Doch dieses Manko werden potenzielle Kunden im Hinblick auf den Einstiegspreis von 19.900 Euro verschmerzen können. Selbst mit Vollausstattung kommt der fast fünf Meter lange Koloss maximal auf 24.900 Euro. Dafür bekommt man anderswo gerade mal einen höhergelegten Kompaktwagen.

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