Europäischer Pkw-Markt Chipkrise bremst E-Auto-Absatz stärker

Von Andreas Wehner

In Europa wurden im November erneut deutlich weniger Autos verkauft als ein Jahr zuvor. Experten erwarten keine schnelle Besserung. Inzwischen hat sich auch die Wachstumsdynamik von elektrifizierten Fahrzeugen deutlich verlangsamt.

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Der Markt für Elektroautos wächst nach einer Berechnung des Beratungsunternehmens Ernst & Young langsamer.
Der Markt für Elektroautos wächst nach einer Berechnung des Beratungsunternehmens Ernst & Young langsamer.
(Bild: Volkswagen)

Der europäische Automarkt war im November erneut stark rückläufig: 864.000 Neuzulassungen in den Märkten von EU und Efta sowie in Großbritannien entsprachen einem Minus von 17,5 Prozent im Vergleich zum Vorjahresmonat, wie der europäische Herstellerverband Acea am Freitag (17. Dezember) mitteilte.

Von Januar bis November verzeichnete der Verband 10,744 Millionen neu registrierte Fahrzeuge. Damit lag der Markt nach elf Monaten mit einem Zuwachs von 0,8 Prozent noch leicht im Plus.

Unter den fünf großen europäischen Märkten musste Deutschland mit minus 31,7 Prozent im November den stärksten Rückgang hinnehmen. Auch in Italien (-24,6 Prozent) und Spanien (-12,3 Prozent) fiel das Minus deutlich aus. In Frankreich war der Markt nur um 3,2 Prozent rückläufig, während Großbritannien mit 1,7 Prozent sogar ein leichtes Plus verzeichnete.

Trotz eines Rekordmarktanteils elektrifizierter Fahrzeuge zeichnete sich auch bei E-Autos und Plug-in-Hybriden eine schwächere Wachstumsdynamik ab. Der Absatz von Elektroautos stieg in den Top-5-Märkten im November nach Berechnungen des Beratungsunternehmens Ernst & Young (EY) nur noch um 36 Prozent. Im bisherigen Jahresverlauf liegt das Plus dagegen bei 93 Prozent.

Plug-in-Hybride in Deutschland rückläufig

Noch langsamer wächst der Markt für Plug-in-Hybride. Diese legten im November in den Top-5-Märkten nur noch um 13 Prozent zu. In Deutschland war der Absatz von Plug-in-Hybriden im November – wie schon im Oktober – sogar rückläufig. „Die Chipkrise hat nun auch das Elektrosegment erreicht – der Absatz elektrifizierter Neuwagen könnte deutlich höher sein, wenn die Industrie lieferfähig wäre“, sagt Peter Fuß, Autoexperte bei EY.

Fuß erwartet vorerst keine Besserung: „Im Gegenteil: Die Aussichten haben sich zuletzt eher verschlechtert:“ Mindestens bis Mitte des kommenden Jahres werde der Mangel an Halbleitern und anderen Vorprodukten noch zu Produktionsausfällen führen. „Danach dürfte sich die Situation langsam entspannen, aber wir werden voraussichtlich auch 2023 noch Auswirkungen dieser Krise sehen“, prognostiziert Fuß. Zudem führe die neue Omicron-Variante des Corona-Virus zu neuen Unsicherheiten und konjunkturellen Risiken.

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