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Automobilzulieferer Conti-Aufsichtsrat bestätigt Aus für zwei deutsche Werke

| Autor / Redakteur: dpa / Svenja Gelowicz

Ein Reifenwerk trifft es Ende 2021, eine Fertigung für Automobilelektronik schließt Ende 2024: Der Aufsichtsrat von Continental hat das Aus für zwei Standorte bestätigt.

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Continental schließt die Standorte Aachen und Karben.
Continental schließt die Standorte Aachen und Karben.
(Bild: Continental)

Tausende Mitarbeiter von Continental stehen vor einer ungewissen Zukunft: Der Aufsichtsrat des Automobilzulieferers Continental hat die umfassenden Schließungspläne des Konzerns bestätigt. Das Reifenwerk in Aachen wird Ende 2021 aufgegeben, der Standort für Automobilelektronik im hessischen Karben bis Ende 2024, wie das Unternehmen am Mittwoch (30. September) in Hannover mitteilte.

Außerdem soll der Standort Regensburg umgebaut werden. Insgesamt sind an den drei Standorten rund 4.800 Arbeitsplätze betroffen. Neben dem Wegfall von Stellen zählen auch Umschulungen von Mitarbeitern und Verlagerungen von Jobs dazu.

Conti will eine Milliarde Euro jährlich sparen

Arbeitnehmervertreter kritisierten den Beschluss umgehend. Der Vorsitzende der Gewerkschaft IG BCE, Michael Vassiliadis, sprach von einem „Kahlschlag-Konzept“ des Unternehmens. „Continental hat die gesamte Mannschaft vor den Kopf gestoßen, die eigene Unternehmenskultur beschädigt und die betriebliche Mitbestimmung mit Füßen getreten“, sagte er.

Christiane Benner, zweite Vorsitzende der IG Metall und Vize-Aufsichtsratschefin bei Continental, kritisierte, Conti werde seiner gesellschaftlichen Verantwortung nicht gerecht. Es gehe nun weiter darum, „Alternativen zu Schließungen und dem Abbau von 13.000 Industriearbeitsplätzen“ zu prüfen. Zuvor hatte sich auch Bundesarbeitsminister Hubertus Heil (SPD) irritiert gezeigt über das Ausmaß der Sparmaßnahmen.

Schon im Vorfeld hatte sich auch Bundesarbeitsminister Hubertus Heil (SPD) irritiert gezeigt über das Ausmaß der Sparmaßnahmen.

Die Werksschließungen sind Teil eines verschärften Sparkurses beim zweitgrößten Autozulieferer der Welt (siehe Top 100). Unter dem Druck des Strukturwandels in der Autoindustrie und der Corona-Absatzkrise will Conti insgesamt weltweit 30.000 Stellen „verändern“, davon 13.000 in Deutschland. Ziel des Konzerns ist es, von 2023 an jährlich mehr als eine Milliarde Euro einzusparen.

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