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Entwicklung Conti-Chef Degenhart: „Der Markt für Software wird sich verzehnfachen“

| Autor / Redakteur: dpa / Thomas Günnel

Software und digitale Dienste im Auto sind wichtige Kaufkriterien. Damit Zulieferer und Hersteller deren Entwicklung stemmen können, fordert Conti-Chef Elmar Degenhart eine bessere Finanzierung von Forschung und vor allem Bildung.

Conti-Chef Emar Degenhart fordert eine bessere Finanzierung der Bildung, nur so lasse sich die Digitalisierung bewältigen.
Conti-Chef Emar Degenhart fordert eine bessere Finanzierung der Bildung, nur so lasse sich die Digitalisierung bewältigen.
(Bild: Continental)

Die Autobranche ist in einem fundamentalen Umbruch, der zusammen mit dem Nachfragetief in der Coronakrise das Aus vieler traditioneller Arbeitsplätze bedeuten könnte. Neben CO2-freien Antriebsarten ist die Digitalisierung ein Kernthema. Auch Autohersteller stellen immer mehr Software-Experten ein. Er sehe jedoch keine direkte Gefahr, dass sie damit den Zulieferern das Wasser abgraben könnten, sagte Conti-Chef Elmar Degenhart.

Entweder wir gewinnen zusammen oder wir verlieren.

Elmar Degenhart

„90 Prozent des Softwarevolumens im Fahrzeug kommen heute von Zulieferern. Selbst wenn sich unser Softwareanteil auf 60 Prozent reduzieren wird, rechnen wir mit einer Verzehnfachung des Gesamtmarkts für Software in den kommenden fünf bis zehn Jahren.“ Hersteller und Zulieferer säßen in einem Boot: „Entweder wir gewinnen zusammen gegen Angreifer aus anderen Bereichen oder wir verlieren.“

In der Industrieforschung sieht der Conti-Chef die Bundesrepublik mittlerweile relativ gut positioniert. „Wir sind bei drei Prozent des Bruttoinlandsprodukts an Forschungs- und Entwicklungsausgaben gelandet. Das ist ein vernünftiger Wert“, sagte Degenhart. „Jedoch gibt es Industrienationen, die wie wir keine Rohstoffe außer Bildung und Wissen haben und – wie Südkorea – bei 4,5 Prozent liegen.“ Zudem müsse man absolute Zahlen im Auge behalten: „China gibt für Forschung und Entwicklung etwa das Fünffache aus als wir, die USA ebenfalls.“

Bildung fördern

Dringend nötig sei eine bessere Finanzierung von Schulen und Universitäten. Das Bundesbildungs- und -forschungsministerium liege mit einer Etatsteigerung im diesjährigen Bundeshaushalt von gerade einmal 0,1 Prozent im Vergleich zu 2019 auf einem der letzten Plätze aller Ressorts. „Das spricht Bände“, sagte Degenhart. Es müsse einen der ersten Ränge einnehmen, doch mit weitem Abstand vorn liege Arbeit und Soziales. „Umverteilung wird bei uns Priorität vor dem Thema Bildung eingeräumt. Das ist nicht nachhaltig und muss korrigiert werden.“

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