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Elektromobilität Conti-Chef fordert mehr Investitionen in Brennstoffzellen

| Autor / Redakteur: dpa / Thomas Günnel

Die Brennstoffzelle dürfe nicht in der Nutzfahrzeug-Nische bleiben, warnt die Continental-Spitze. Sie habe großes Jobpotenzial – und könnte herkömmlichen Elektroautos sogar den Rang ablaufen.

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Conti-Chef Elmar Degenhart fordert eine umfangreichere Förderung der Brennstoffzellen-Technik und besser finanzierte Schulen.
Conti-Chef Elmar Degenhart fordert eine umfangreichere Förderung der Brennstoffzellen-Technik und besser finanzierte Schulen.
(Bild: Continental)

Klimaschonende Brennstoffzellen-Antriebe müssen nach Ansicht von Continental-Chef Elmar Degenhart deutlich stärker auch für den Einsatz in kleineren und günstigeren Autos gefördert werden. „Dass man von politischer Seite Milliarden in den Komplex Wasserstoff investieren will, begrüßen wir“, sagte der Vorstandsvorsitzende des Autozulieferers der Deutschen Presse-Agentur zur neuen Strategie der Bundesregierung. Nötig sei aber ein breiterer Einschluss von Pkw. Im Verkehr sei diese Technik bisher eher eine „Nische für Nutzfahrzeuge“ gewesen. „Das ist ein sehr großer Fehler“, sagte Degenhart.

Mit Batteriekosten gleichziehen

„Wir glauben, dass sie in etwa acht, neun Jahren mit dem batterieelektrischen Pkw-Antrieb vergleichbar sein könnte – unter Umweltgesichtspunkten und bei den Kosten“, sagte der Chef des Dax-Konzerns aus Hannover. „In schwereren Pkw und auf längeren Strecken wird die Brennstoffzelle dem Elektroantrieb künftig sogar überlegen sein“, schätzt Degenhart.

Die Brennstoffzelle ist derzeit eher in industriellen Anwendungen und in Nutzfahrzeugen im Einsatz – dabei hat sie weit mehr Potenzial.
Die Brennstoffzelle ist derzeit eher in industriellen Anwendungen und in Nutzfahrzeugen im Einsatz – dabei hat sie weit mehr Potenzial.
(Bild: Hyundai)

Bezogen auf den Gesamtaufbau sei der Brennstoffzellen-Antrieb einigen Verbrennern recht ähnlich, sagte Degenhart. Er könnte somit auch angesichts des schwierigen Wandels von Benzin- und Dieselmotoren zu alternativen Antrieben eine wichtige Rolle für zukunftsfeste Jobs in der Autobranche spielen: „Mit Blick auf die hierzulande vorhandenen, technologischen Kompetenzen und damit auf die Beschäftigung ist er sinnvoller als die batterieelektrische Variante.“

Bereitschaft für zweite neue Infrastruktur

Länder wie Japan, Südkorea oder China hätten die Chancen erkannt. „Bei uns dagegen besteht jetzt zusätzlich die große Gefahr, dass die E-Ladeinfrastruktur später so weit entwickelt ist, dass die Bereitschaft, eine zweite Infrastruktur für Wasserstoff aufzubauen, nicht mehr vorhanden ist“, sagte der Chef des nach Bosch größten Zulieferers der Welt. Dabei habe herkömmliche Lithium-Ionen-Technik bei Elektroautos „physikalisch bedingte Grenzen, die verhindern, dass wir uns dem Kostenniveau eines modernen Verbrenners nähern“.

Weite Teile der Politik und Industrie setzten dennoch fast alles auf diese klassische Batterieart. „Schwierig ist, dass Hersteller gerade zwischen 2025 und 2030 in den massenhaften Hochlauf der E-Mobilität gezwungen werden – und dieser muss Lithium-Ionen-basiert erfolgen“, so Degenhart. Schon bei Batterieantrieben sei „ein Technologiesprung“ nötig. Aber Festkörper-Batterien aus anderen Materialien mit höherer Energiedichte seien im Industriemaßstab vor 2030 nicht realistisch.

Wasserstoff-Strategie der Bundesregierung

Der Bund will Investitionen in Wasserstofftechnologien mit Milliarden bezuschussen und setzt sich für mehr Koordination in der EU ein, um den CO2-Ausstoß zu senken. Laut des Konzepts kann „auch in bestimmten Bereichen bei Pkw der Einsatz von Wasserstoff eine Alternative sein“.

Zur Gewinnung reinen Wasserstoffs ist zunächst selbst viel Energie nötig, etwa bei der umgekehrten Aufspaltung von Wasser, der sogenannten Elektrolyse. Daher ist es aus ökologischer Sicht zentral, dass dafür ein möglichst hoher Anteil von elektrischer Energie aus erneuerbaren Quellen verwendet wird.

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