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IT-Sicherheit Continental: Cyber-Security soll Hackerangriffe verhindern

| Autor / Redakteur: Dr. Holger Schweitzer / Jens Scheiner

Das Auto wird immer mehr Teil des Internet of Things – und damit zum Ziel von Hackerangriffen. Um sicherheitsrelevante Komponenten wie Bremssysteme vor Angriffen von außen zu schützen, setzt Continental auf Cyber-Security-Technologien.

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Digitalisierung und Vernetzung bedeutet, dass die Schnittstellen in Fahrzeugen zahlreicher werden – und damit die möglichen Ziele für Hackerangriffe. Continental setzt deshalb auf eine umfangreiche Cyber-Security-Strategie.
Digitalisierung und Vernetzung bedeutet, dass die Schnittstellen in Fahrzeugen zahlreicher werden – und damit die möglichen Ziele für Hackerangriffe. Continental setzt deshalb auf eine umfangreiche Cyber-Security-Strategie.
(Bild: Continental)

Im Zeitalter der Digitalisierung, der Vernetzung und des automatisierten Fahrens gewinnt die Sicherheit von Daten und sicherheitsrelevanten Komponenten immer mehr an Bedeutung. Als Teil der Vernetzung werden Fahrzeuge zukünftig verstärkt untereinander und mit der umliegenden Infrastruktur kommunizieren. Dadurch eröffnen sich jedoch mögliche Schwachstellen für potenzielle Hackerangriffe.

Continental nutzt daher Cyber-Technologien, um Fahrzeugkomponenten möglichst ganzheitlich gegen Angriffe von außen zu schützen. Dies beginnt in der Produktion und soll fahrzeugseitig vor allem sicherheitsrelevante Produkte wie Bremssysteme schützen.

Schutz durch Kryptografie

Continental setzt bei seinem neuen Bremssystem MK-C1 erstmals kryptografische Verfahren zum Schutz vor Hackerangriffen ein. Das neue Bremssystem wurde speziell für Fahrzeuge mit umfangreichen Fahrerassistenzsystemen, Rekuperation und für automatisiertes Fahren entwickelt. Hierfür wurden die Bremsfunktion, der Bremskraftverstärker sowie das ABS- und ESC-Regelsystem in einem Bremsmodul kombiniert.

Mithilfe der Kryptografie lässt sich im Bremsmodul ein Sicherheitsschlüssel einbringen. Dieser Schlüssel ist für jedes Produkt einzigartig – selbst wenn ein Fahrzeug gehackt werden sollte, kann so laut Hersteller kein zweites Fahrzeug manipuliert werden. Die Schlüssel seien für diverse Verwendungszwecke geeignet und von extern nicht auslesbar, ähnlich wie bei einer Smartphone-PIN. Zukünftig soll das Verfahren auch bei weiteren Produkten eingesetzt werden.

Cyber-Security auf mehreren Ebenen

Neben den Komponenten sind aber auch die für die Vernetzung erforderlichen Schnittstellen in den Fahrzeugen potenzielle Ziele für Hackerangriffe. Um sie gegen Angriffe zu schützen, betrachtet Continental Cyber-Security auf mehreren Ebenen. Zunächst geht es darum, die elektronischen Einzelkomponenten der Systeme abzusichern. Auf der zweiten Ebene folgt die Kommunikation zwischen den Systemen. Danach kommt der Schutz der zahlreichen Schnittstellen des Fahrzeugs nach außen. Schließlich soll die Datenverarbeitung außerhalb des Fahrzeugs vor Diebstahl und Manipulation geschützt werden. Um diese zahlreichen Aspekte besser abdecken zu können, hat Continental mit Argus Cyber Security einen Automotive-Spezialisten für Cyber-Security übernommen. Dessen End-to-End-Konzepte sollen die Angebote des Konzerns zukünftig erweitern.

Schneller als die Hacker sein

Das Thema Cyber-Security sieht Continental als eine asymmetrische Herausforderung. Während der Zulieferer dutzende Systeme im Blick behalten müsse, reiche Hackern eine einzige Schwachstelle. „Es ist ein ständiger Wettlauf zwischen denen, die die Systeme absichern, und denen, die sie versuchen zu hacken. Umso wichtiger ist es, bei Bekanntwerden einer Schwachstelle möglichst schnell reagieren zu können“, erklärt Dennis Kutschke, Programm Manager Cyber-Security bei Continental. Aus diesem Grund hat Continental ein Sicherheitsvorfall- und Reaktionsmanagement (Incident Response Management) als weitere Sicherheitsebene eingeführt, welches sofort reagieren soll, falls tatsächlich ein Angriff erfolgen sollte.

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Über den Autor

Dr. Holger Schweitzer

Dr. Holger Schweitzer

Redakteur, Ressort Technik, Vogel Communications Group GmbH & Co. KG