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Elektronik Continental entwickelt Spurassistenten für die USA

Redakteur: Wolfgang Sievernich

Speziell für den amerikanischen Markt hat Continental ein Road Departure Protection-System entwickelt, dass ein ungewolltes Verlassen der Straße verhindern soll. Für Europa gibt es eine erweiterte Variante.

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Eine Mono-Kamera und Chassissensoren erkennen ob ein Fahrzeug die Fahrbahn verlässt. Über einen kontrollierten Bremsvorgang wird der Wagen zurück gelenkt.
Eine Mono-Kamera und Chassissensoren erkennen ob ein Fahrzeug die Fahrbahn verlässt. Über einen kontrollierten Bremsvorgang wird der Wagen zurück gelenkt.
(Foto: Continental)

Speziell für den US-amerikanischen Markt hat Continental ein erweitertes Spurhaltesystem entwickelt, was das ungewollte Verlassen der Fahrbahn verhindern helfen soll. Laut der Federal Highway Administration im US-Verkehrsministerium werden 55 Prozent aller tödlichen Unfälle in den USA dadurch verursacht, dass ein Fahrzeug von der Fahrbahn kommt, oder die Mittellinie überquert. In Deutschland sind es sogar 60 Prozent und 25 Prozent ohne Todesfolge auf Landstraßen.

Basis-System für die USA

Continental entwickelt ein spezielles System, mit dem ein Abkommen von der Fahrbahn verhindert werden soll. Hierbei werden die vorhandenen Fahrerassistenzsysteme um eine aktive Spurhaltung im Notfall erweitert, die das Fahrzeug durch einen Bremseingriff wieder zurück auf die Fahrbahn bringt.

Sensoren messen permanent den Straßenrand und die Voraussage des Straßenverlaufs und erkennen ob die Fahrbahn unbeabsichtigt verlassen wird. Die Systeme unterscheiden sich von Spurhalteassistenten und Spurverlassenswarnern dadurch, dass sie besonders die Fahrbahnbegrenzung überwachen und aktiv eingreifen, um das Fahrzeug innerhalb der vorgesehenen Spur zu halten.

Das Basissystem verwendet eine günstigere Mono-Frontkamera zur Erkennung der Fahrbahnbegrenzung. Es überwacht die Lenkradstellung und die Fahrtrichtung anhand der bestehenden Fahrdynamikregelung (ESC) und verwendet Chassis-Bewegungssensoren um zu erkennen, ob das Fahrzeug die Fahrbahnbegrenzung verlässt. Wenn dies geschieht, soll die vorhandene Fahrdynamikregelung genutzt werden, um die einzelnen Räder zu bremsen und das Fahrzeug automatisch wieder auf die Straße zu lenken. Ein Warnton und automatischer Bremsvorgang soll zudem helfen die Gefahrensituation zu entschärfen. In den USA gebräuchliche Rüttelstreifen am Fahrbahnrand ergänzen das System. Ein gewolltes Verlassen der Fahrbahn wird vom System indes erkannt.

Erweiterte Lösung für Europa

Für Europa will Continental eine erweiterte und teurere Lösung anbieten. Dieses System verwendet eine Stereokamera und einen Fernbereichsradar zur besseren Erkennung der Fahrbahnbegrenzung. Mit dem Fernbereichsradar und der Stereokamera soll das erweiterte System eine Belegungskarte erstellen, die belegte und freie Flächen für einen mosaikförmig analysierten Bereich im Sichtfeld des Fahrzeugs enthält. Hierbei sollen Fahrbahnbegrenzungen selbst dann erkannt werden können, wenn keine Fahrbahnmarkierungen vorhanden sind. Der Eingriff erfolgt über einen Brems- und Lenkvorgang. Durch die Integration der Kartendaten und des eingebauten GPS-Systems soll ebenfalls der Straßenverlauf erkannt werden können. Auf Grundlage des berechneten Kurvenverlaufs soll der Fahrer in Situationen mit kritischer Fahrdynamik unterstützt werden. So könnte das Fahrzeug auch dann innerhalb der gegebenen Straßenbegrenzung gehalten werden, wenn es sich einer Kurve auf einer Landstraße mit zu hoher Geschwindigkeit nähert oder es in Kurven besonders eng wird.

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