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Top-Personalie Continental findet Nachfolger für Elmar Degenhart

Autor / Redakteur: dpa / Svenja Gelowicz

Seit 2009 stand Elmar Degenhart an der Spitze des zweitgrößten Autozulieferers. Nun löst Nikolai Setzer den langjährigen Conti-Chef ab. Der Neue soll den Konzern durch den schmerzhaften Branchenumbruch steuern. Kann er die verunsicherte Belegschaft dabei mitnehmen?

Nikolai Setzer wird neuer Chef vom Autozulieferer Continental.
Nikolai Setzer wird neuer Chef vom Autozulieferer Continental.
(Bild: Continental)

Nikolai Setzer wird neuer Vorstandschef von Continental. Dies teilte der Dax-Konzern aus Hannover am Donnerstag nach einer entsprechenden Entscheidung des Aufsichtsrats mit. Der 49 Jahre alte Manager und bisherige Leiter der Autozuliefer-Kernsparte von Conti folgt Elmar Degenhart nach, der Ende Oktober um eine vorzeitige Aufhebung seines Vertrags gebeten hatte.

Setzer ist ein Eigengewächs des Unternehmens, er gilt intern als gut vernetzt. Der Wirtschaftsingenieur war bereits als aussichtsreicher Kandidat gehandelt worden. Jetzt soll er zum 1. Dezember die Führung des nach Bosch weltweit zweitgrößten Zulieferers (Übersicht Top 100) übernehmen. Er wurde nach Continental-Angaben bis März 2024 berufen.

Nach Stationen in der Entwicklung sammelte Setzer zunächst Management-Erfahrung im Stammgeschäft mit Reifen. 2009 wurde er Vorstand für Pkw-Reifen, später für den gesamten Bereich. Von Mai 2015 bis März 2019 war er für die Beschaffung des Konzerns verantwortlich, danach übernahm Setzer die Steuerung des Automotive-Geschäfts.

Über die Neuausrichtung von Continental

Degenhart, dessen Vertrag eigentlich noch bis August 2024 gelaufen wäre, hatte gesundheitliche Gründe für seinen frühzeitigen Rückzug angegeben. Zuletzt war insbesondere vonseiten des Betriebsrats, der Gewerkschaften und der Politik heftige Kritik an der Conti-Führung laut geworden. Zum schwierigen Umbau des Konzerns vom Mechanik- und Hydraulik- zum Elektronik- und Software-Unternehmen kam der Absatzeinbruch in der Corona-Krise. Auf der anderen Seite forderten die Eigentümer angeblich einen noch entschlosseneren Sparkurs.

Bei Conti sollen im Rahmen der Strategie „Transformation 2019-2029“ 30.000 Stellen verlagert, gestrichen oder für neue Qualifikationen umgewandelt werden – darunter 13.000 in Deutschland. Dies geht aus Sicht der Chefetage auch nicht ohne Werksschließungen.

Zwar werden in zukunftsträchtigen Bereichen gleichzeitig neue Jobs geschaffen. Für tiefe Verunsicherung in der Belegschaft sorgten jedoch Kürzungen, die ausgerechnet für die insgesamt profitable Reifensparte beschlossen wurden: Das Aus für die Produktion im Werk Aachen mit 1.800 Beschäftigten kam nur durch den Aufsichtsrat, weil die Kapital- die Arbeitnehmerseite überstimmte. Weitere Standorte sollen ebenfalls verkleinert, umgebaut oder ganz geschlossen werden.

Betriebsratschef Hasan Allak hatte den Vorstand auch wegen mangelnder Absprachen attackiert. Nach der Ankündigung von Degenharts Rückzug sagte er, es seien in der aktuellen Lage „keine Experimente“ bei Continental wünschenswert. Setzer wird als durchsetzungs-, aber auch als kommunikationsstark beschrieben. Aufsichtsratschef Wolfgang Reitzle hatte sich für Kontinuität in der Führung ausgesprochen.

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