Im Interview: Ralf Lenninger Continental: „Start-ups brauchen ein Netzwerk“

Autor / Redakteur: Christian Otto / Thomas Günnel

Ralf Lenninger, Leiter Continental Intelligent Transportation Systems, spricht mit »Automobil Industrie« über ein neues Wettbewerbsverständnis, die ambitionierten Ziele des Zulieferers bei Mobilitätsdiensten und den Umgang mit Start-ups.

Ralf Lenninger, Leiter Continental Intelligent Transportation Systems
Ralf Lenninger, Leiter Continental Intelligent Transportation Systems
(Bild: Vogel Business Media)

Herr Lenninger, Continental zählt auch in diesem Jahr zu den führenden globalen Zulieferern. Neben dem klassischen Geschäft treiben Sie derzeit die Digitalisierung voran. Wie viel muss man in die vielzitierte Transformation investieren, um auch noch in zehn Jahren eine Spitzenposition einnehmen zu können?

Beim Fahrzeug verschmelzen derzeit die automobilen und digitalen Felder miteinander. Deshalb werden Sie künftig bei den größten Automobilzulieferern verschiedene Ausprägungen betrachten müssen. Da wird es jene geben, die Teile liefern, um ein Auto zusammenzusetzen. Andere werden darüber hinaus auch noch die Konnektivität des Autos sicherstellen. Und drittens wird es Unternehmen geben, die beide erstgenannten Fähigkeiten besitzen und Services anbieten. Zu dieser Gruppe wird Continental gehören.

Beispiele für Mobilitätsdienste sind das erweiterte Verkehrsmanagement, intelligente Bezahlsysteme, das Wartungsmanagement und die Fahrsicherheit. Wollen Sie solche Services den OEM-Kunden anbieten, oder gehen Sie direkt an den Endkunden?

Wir haben allein 13.500 Software-Entwickler und machen mit digitalisierten Produkten ein Geschäft von knapp 15 Milliarden Euro. Den Endkundenkontakt beherrscht Continental schon über das Reifengeschäft. Das ist für uns nichts Neues. Es wird eine bunte Mischung von Diensten geben: Manche machen wir für die OEMs, manche mit den OEMs und manche im Wettbewerb mit OEMs.