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Zulieferer Continental: Technik blickt nach vorne

| Autor / Redakteur: Christopher Kampfmann / Jens Scheiner

Continental zeigt ein Fahrerassistenzsystem, das zusätzlich geographische Daten über die Umgebung und die vor dem Fahrzeug liegende Strecke verarbeitet.

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Die neue Technologie von Continental wertet mehere Datenebenen aus. E-Horizon soll den Fahrer entlasten und die Effizienz der Fahrzeuge erhöhen.
Die neue Technologie von Continental wertet mehere Datenebenen aus. E-Horizon soll den Fahrer entlasten und die Effizienz der Fahrzeuge erhöhen.
(Foto: Continental)

Heutige Fahrerassistenzsysteme treffen ihre Entscheidungen auf Basis von Informationen aus Umfeldsensoren wie Kameras und Radarsystemen sowie weiteren Bordsensoren. Mit zusätzlichen Informationen über die Umgebung und die vor ihnen liegende Strecke lassen sich diese Systeme weiter verbessern. Der Automobilzulieferer Continental hat die Wirkungsweise seiner neuen Technologien nun in einem Versuchsfahrzeug in Kombination mit dem Abstandsregeltempomaten demonstriert.

„E-Horizon“, wie die neue Technik genannt wird, führt die Straßenkarten und Sensorinformationen des Fahrzeugs mit weiteren Informationsebenen zusammen. Sie umfassen unter anderem Daten zur Spur- und Streckenführung, aber auch zusätzliche Streckenbeschreibungen wie Kurvenradien, Steigungen oder Gefälle sowie fahrrelevante Daten wie Geschwindigkeitsbegrenzungen, Überholverbote und Ähnliches.

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„Mit dem vernetzten Tempomaten treten wir den Beweis an, wie Assistenzsysteme profitieren, wenn das Fahrzeug um die Ecke blickt. Das Ergebnis ist eine noch komfortablere Unterstützung für den Fahrer“, erklärt Frank Försterling von Continental. Das Versuchsfahrzeug regelt im Betrieb mit dem Abstandsregeltempomaten die Fahrgeschwindigkeit und übernimmt die komplette Längsführung. Dabei berücksichtigt die Geschwindigkeitsregelung unter anderem die Kurvenradien der befahrenen Straße. „Der Fahrer muss bei der Funktion Connected Enhanced Cruise Control nur noch lenken. Damit setzen wir einen weiteren wichtigen Baustein in der Entwicklung zum hoch- und vollautomatisierten Fahren“, so Stefan Lüke, Leiter Fahrerassistenzsysteme & Automation bei Continental.

Rückmeldung vom Gaspedal

In dem Versuchsfahrzeug ist auch das von Continental entwickelte aktive Gaspedal mit haptischer Rückmeldung eingebaut. Es erinnert den Fahrer durch einen gezielt aufgebauten Gegendruck daran, aktuelle Geschwindigkeitsbegrenzungen einzuhalten, oder warnt ihn vor zu schnell angefahrenen Kurven. Das System verfolgt mehrere Zielsetzungen: Es soll die Fahrsicherheit steigern und den Fahrzeuglenker entlasten, gleichzeitig aber auch die Effizienz erhöhen, indem es den Kraftstoffverbrauch reduziert und somit die CO2-Emissionen des Fahrzeugs senkt.

Zukunft ist Vernetzung

In Zukunft sollen zusätzliche Informationen ständig über eine Onlineverbindung aktualisiert werden. Ein im Fahrzeug verbautes Mobilfunkmodul erlaubt dabei den Datenaustausch in beiden Richtungen. Das Fahrzeug erhält auf diesem Weg ständig aktualisierte Strecken- und Umgebungsdaten wie topografische Zusatzinformationen oder Informationen zur aktuellen Verkehrssituation. Die Aggregation und Analyse der aus unterschiedlichen Quellen bereitgestellten Daten übernimmt eine in Zusammenarbeit mit IBM realisierte Backend-Plattform. So lässt sich die dynamische Technik nicht nur für das gesamte deutsche Fernstraßennetz aufbauen, sondern kann prinzipiell weltweit angeboten werden. Die technische Weiterentwicklung der Fahrerassistenzsysteme schafft Voraussetzungen für autonomes Fahren. Wie datenschutzrechtliche Aspekte bewertet werden müssen, wenn in Zukunft Fahrzeuge in ständiger Verbindung stehen, ist noch offen.

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