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Wirtschaft Daimler-Bilanz: Bessere Zahlen und zurückhaltender Optimismus

| Autor/ Redakteur: dpa / Svenja Gelowicz

Das zweite Halbjahr wird besser, hat Daimler-Chef Källenius im Sommer angekündigt – und nun die ersten Zahlen dazu geliefert. Umsatz und Gewinn sind im dritten Quartal im Vergleich zum Vorjahreszeitraum gestiegen. Doch neue Sorgen kündigen sich schon an.

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(Bild: Daimler AG)

Nach dem schwachen Jahresauftakt und dem sommerlichen Sturz in die Verlustzone kann Daimler von zuletzt deutlich besseren Verkaufszahlen profitieren. Mit dem Absatz legten auch Umsatz und Gewinn im dritten Quartal zu, wie der Dax-Konzern am Donnerstag in Stuttgart mitteilte. Vorstandschef Ola Källenius ließ aber gar nicht erst große Euphorie aufkommen.

„Starke Absatzzahlen bei Cars und Vans haben unsere finanzielle Performance im dritten Quartal unterstützt“, betonte er. „Um die Transformation in den nächsten Jahren zu meistern, müssen wir die Anstrengungen allerdings noch erheblich steigern: Wir müssen unsere Kosten deutlich reduzieren und den Cash Flow konsequent stärken“, sagte Källenius.

Wie genau er das machen will, hat der seit Mai amtierende Vorstandschef bisher nicht öffentlich erklärt. Die Branche blickt daher gespannt auf einen Termin in London in drei Wochen. Dort will Källenius vor Investoren erstmals im Detail über seine Strategie samt lang erwartetem Sparprogramm sprechen.

Aktie klettert

Die Daimler-Aktie kletterte dank der etwas besser als erwartet ausgefallenen Finanzzahlen an Nachmittag um 3,9 Prozent auf 52,39 Euro. Bereits seit Anfang des Monats ist das Papier wieder auf dem aufsteigenden Ast und hat in diesem Jahr bisher gut 14 Prozent zugelegt. Allerdings lag der Kurs in diesem Jahr bei 60 Euro im April auch schon deutlich höher.

Die Entwicklung der Finanzmittel zwischen Juli und September sollte eine große Erleichterung für die Aktienkursentwicklung sein, urteilte JPMorgan-Analyst Jose Asumendi. Für Patrick Hummel von der UBS erscheint nun auch die Dividendenzahlung sicherer.

Umsatz steigt um acht Prozent

Daimler konnte im dritten Quartal sowohl bei den Autos der Kernmarke Mercedes-Benz als auch bei Vans und Bussen ein Absatzplus verbuchen. Bei den Lastwagen hingegen ging der Absatz zurück. Der Gesamtumsatz des Konzerns stieg um acht Prozent im Vergleich zum Vorjahresquartal, wobei daran auch positive Wechselkurseffekte einen großen Anteil hatten. Das Ergebnis vor Zinsen und Steuern legte ebenfalls um 8 Prozent auf 2,7 Milliarden Euro zu. Mit beiden Werten lagen die Stuttgarter etwas über den Erwartungen von Experten.

Die vielbeachtete operative Rendite sank bei der wichtigsten Sparte Mercedes-Benz Pkw um 0,3 Prozentpunkte auf 6 Prozent. Belastend wirkten Wechselkurseinflüsse und höhere Kosten für neue Technik und Modelle. Das Preisumfeld habe sich hingegen verbessert, betonte Finanzchef Harald Wilhelm. Bei den Vans, den Bussen und bei Mobilitäts- und Finanzdienstleistungen erzielte Daimler ein besseres Ergebnis. Unter dem Strich stieg der Gewinn nur leicht, Daimler erzielte einen auf die Aktionäre entfallenden Gewinn von 1,72 Milliarden Euro nach 1,69 Milliarden vor einem Jahr.

Verbesserte Finanzlage

Fortschritte machte das Unternehmen vor allem bei der Finanzlage, die bisher eine große Sorge von Analysten und Investoren war, weil sie die Aussichten für eine satte Dividendenzahlung begrenzt. Im dritten Quartal flossen dem Unternehmen 2,8 Milliarden Euro zu, nachdem es im bisherigen Jahresverlauf wegen der schwächeren Absatzlage und dem Lageraufbau deutlich trüber ausgesehen hatte. Wilhelm will im Gesamtjahr weiter einen positiven Wert erreichen. Der Weg dahin ist nun deutlich leichter, es fehlt nur noch eine gute halbe Milliarde. Im Schlussquartal will Daimler dann in großem Stil vom Lagerabbau profitieren.

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