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Elektromobilität

Daimler-Chef Källenius: „Klimaneutrale Produktion wird zum Vergabekriterium“

| Autor/ Redakteur: dpa / Maximiliane Reichhardt

Daimler will klimaneutrale Produktion zu einem Vergabekriterium machen und so seine Zulieferer zu einer umweltfreundlichen Produktion bewegen. Der Hersteller selbst lege seinen Fokus derzeit auf elektrische Antriebe – und will dabei ganz neue Wege einschlagen.

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Auf der IAA in Frankfurt teilte Daimler-Chef Ola Källenius mit, dass er klimaneutrale Produktion zu einem Vergabekriterium für Zulieferer machen will.
Auf der IAA in Frankfurt teilte Daimler-Chef Ola Källenius mit, dass er klimaneutrale Produktion zu einem Vergabekriterium für Zulieferer machen will.
(Bild: Daimler)

Der Automobilhersteller Daimler will seine Zulieferer zu einer klimaneutralen Produktion bewegen. „Das wird zu einem Vergabekriterium“, sagte Daimler-Chef Ola Källenius am Dienstag (10. September) auf der IAA in Frankfurt. Er habe mit Freude zur Kenntnis genommen, dass viele Partner das Thema bereits erkannt hätten und gut unterwegs seien. Daimler selbst will seine eigenen Fabriken bis 2022 klimaneutral machen, wobei ein Teil der CO2-Emissionen auch mit Ausgleichszahlungen kompensiert werden soll.

Källenius schließt eine Verfehlung der CO2-Ziele nicht aus

Källenius schloss nicht aus, dass sein Konzern die strengen EU-Vorgaben zur Emission der Fahrzeugflotte im Jahr 2021 verfehlen könnte. Man habe zwar die richtigen Elektrofahrzeuge im Angebot, wisse aber nicht, was die Kunden tatsächlich wünschten. Daimler werde aber auf jeden Fall wirtschaftlich rational handeln. Der Konzern will weitere Batteriewerke in China, den USA und in Deutschland aufbauen. Inklusive der Kleinwagenmarke Smart liegt Daimler im Pkw-Verkauf bis Ende August mit 1,58 Millionen Fahrzeugen gegenüber dem Vorjahr ein Prozent im Minus. Man werde 2019 aber im Plus abschließen, erklärte Källenius.

Schäfer: „Momentan gibt es keinen Plan für eine Neuentwicklung“

Pläne für die Neuentwicklung weiterer Verbrennungsmotoren habe Daimler im Moment nicht. „Natürlich liegt der Hauptfokus jetzt auf Elektrifizierung, elektrischen Antrieben, Batterieentwicklung“, sagte Daimler-Entwicklungsvorstand Markus Schäfer am Dienstag (10. September) auf der IAA. „Wir verlagern auch Kapazitäten von der klassischen Motorenentwicklung und Getriebeentwicklung hin zu den Abteilungen, die Batterietechnik machen, die Leistungselektronik machen, die elektrische Antriebe machen.“ Das Budget für Forschung und Entwicklung werde der Konzern auch weiter auf einem hohen Niveau halten.

Aktuell rolle Daimler noch die jüngst entwickelte Generation an Verbrennermotoren in seinen Modellen aus – die Generation könnte aber auch die letzte sein. „Momentan gibt es keinen Plan für eine Neuentwicklung“, so Schäfer. Er könne allerdings nicht ausschließen, dass Daimler künftig noch einmal an neuen Verbrennermotoren arbeiten werde. Bis 2039 will der Konzern in der Produktion und in der Neuwagenflotte CO2-neutral arbeiten. Ein Schritt dahin ist laut Schäfer, dass die Stuttgarter auch Batteriezellen aus der vom US-chinesischen Konzern Farasis in Bitterfeld geplanten Zellfabrik beziehen werden – diese sei von Anfang an auf CO2-neutrale Herstellung ausgerichtet.

Daimlers neuer Weg in die Spiele-Welt

Um die Elektrofahrzeuge des Konzerns zum Erfolg zu machen, will Daimler auch ungewöhnliche Wege gehen: zum Beispiel die Autofahrer spielerisch zu einer effizienten Fahrweise animieren. Dazu könnten Elemente aus der Spielewelt in die grafischen Benutzeroberflächen der Autos integriert werden, so Schäfer. Das könne die „Reichweitenangst“ bei Batterieautos mindern. Tests mit Probanden seien positiv verlaufen. Insbesondere im asiatischen Kulturkreis werde das gut angenommen, sagte Schäfer. Derzeit stelle der Konzern verstärkt auch Fachleute aus der Spiele-Industrie ein.

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