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Wirtschaft Daimler-Chef Källenius: „Müssen die Effizienz dramatisch erhöhen“

| Autor/ Redakteur: dpa / Svenja Gelowicz

Ola Källenius schwört seine Mitarbeiter auf harte Zeiten ein. Die aktuelle Transformation nennt er ein „Jahrhundertevent“.

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Daimler-Chef Ola Källenius während der Premiere des Showcars Mercedes-Benz Vision ECS auf der IAA in Frankfurt.
Daimler-Chef Ola Källenius während der Premiere des Showcars Mercedes-Benz Vision ECS auf der IAA in Frankfurt.
(Bild: Daimler)

Der seit Mai amtierende neue Daimler-Chef Ola Källenius schwört die Belegschaft auf harte Zeiten ein. „Wir müssen die Effizienz dramatisch erhöhen, müssen alles hinterfragen, über alle Kosten nachdenken“, bekräftigte Källenius nach Angaben der „Frankfurter Allgemeinen Sonntagszeitung“. Die Transformation zu neuen Geschäftsmodellen sei ein „Jahrhundertevent“, sagte der Manager zur neuen Strategie.

Mitte November will Källenius ein Gesamtpaket zur Strategie für die kommenden Jahre vorlegen. Zuletzt hatte er die Unternehmenszahlen als „alles andere als zufriedenstellend“ bezeichnet. Schon seit längerem steht fest, dass Källenius alles noch mehr straffen und effizienter machen sowie Kosten sparen wolle – und womöglich auch Hand an die Modellpalette lege. „Wir befinden uns in einer grundlegenden Transformation, hin zu CO2-neutraler Mobilität“, sagte Källenius nach Angaben des Blattes.

Der Automanager spricht von hohem Druck auf der Kostenseite: „Das müssen wir deutlich angehen. Die nächsten fünf bis zehn Jahre müssen wir beides machen, Innovation vorantreiben, und – ganz wichtig – die Kosten senken.“

Källenius lehnt SUV-Verbote ab

In der Debatte um sportliche Geländewagen verwahrte er sich gegen Verbote: Das SUV-Segment sei seit 20 Jahren sehr stark gewachsen, das sei ein weltweiter Trend. „Die Kunden wollen das; den höheren Sitz, den Überblick, das schätzen vor allem die weiblichen Kunden“, sagte Källenius.

In einer Podiumsdiskussion auf der IAA stellten Bürger am Freitag in Frankfurt in Frage, ob die Autoindustrie den Klimaschutz wirklich ernst nimmt. „Dass wir den Hebel mental nicht umgelegt haben, das möchte ich bestreiten“, verteidigte Källenius die Branche. Ein Hauptthema waren die schweren und platzbedürftigen SUVs, die derzeit stark in der Kritik von gesellschaftlichen Gruppen stehen. „Wir haben in den letzten Jahren viel getan, um Gewicht aus den Fahrzeugen zu nehmen“, sagte Källenius und verwies unter anderem auf stärkere Verwendung von Leichtbauteilen. „Aber man richtet sich auch an dem, was die Kunden wollen.“ In China etwa mit seinen vollgestopften Megacities verkaufe der Konzern eben 7-sitzige-SUVs am besten.

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