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Wirtschaft Daimler-Chef Källenius: „Sind mit hoher Liquidität ausgestattet“

| Autor/ Redakteur: dpa / Svenja Gelowicz

Der Stuttgarter Konzern benötige aktuell keine Staatshilfen, sagt Vorstandschef Ola Källenius. Der Betriebsrat ist weniger optimistisch und bereitet Maßnahmen vor.

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Daimler-Chef Ola Källenius sagt, der Stuttgarter Konzern brauche keine Staatshilfen.
Daimler-Chef Ola Källenius sagt, der Stuttgarter Konzern brauche keine Staatshilfen.
(Bild: Daimler)

Der Auto- und Lkw-Hersteller Daimler bleibt trotz der Auswirkungen der Corona-Pandemie bei seinen Dividendenplänen. „Unser Vorschlag für eine Dividende steht, und es gibt keinen Anlass, zu diesem Zeitpunkt etwas zu ändern“, sagte Daimler-Vorstandschef Ola Källenius dem „Handelsblatt“ heute (23. März). „Wir sind mit einer hohen Liquidität solide ausgestattet. Der Fokus liegt in den kommenden Wochen nun darauf, diese Situation zu managen und Liquidität zu sichern.“ Nach einem Fertigungsstopp wolle Mercedes in ein paar Wochen wieder mit einer Auslastung von nahezu hundert Prozent in Fernost Autos fertigen.

„Daimler benötigt derzeit keine Staatshilfe“

Staatshilfen will der Dax-Konzern demnach aktuell nicht in Erwägung ziehen. „Über einen solchen Schritt haben wir nicht diskutiert“, sagte der Schwede der Tageszeitung. „Daimler benötigt derzeit keine Staatshilfe.“ Zuletzt wurde zudem angesichts der Krisensituation in der Branche spekuliert, die dieses Jahr verschärften Emissions-Auflagen von Brüssel könnten verschoben werden: „Wir gehören nicht zu denen, die sich um eine Veränderung der Emissionsrichtlinien bemüht haben“, sagte Källenius. Auch VW-Konzernchef Herbert Diess und BMW-Chef Oliver Zipse hatten sich jüngst zurückhaltend geäußert, was eine mögliche Aufweichung der Regeln angeht.

In der Autoindustrie wird die Coronavirus-Krise nach Ansicht von Daimler-Gesamtbetriebsratschef Michael Brecht tiefe Spuren hinterlassen – und nicht so schnell zu überwinden sein. „Es soll jetzt niemand glauben, dass das in zwei Wochen erledigt ist“, sagte Brecht der Deutschen Presse-Agentur. Daimler produziere nun einmal Autos und Nutzfahrzeuge. „Woher sollte ich im Moment den Glauben nehmen, dass die Leute in einigen Wochen wieder massenhaft Autos kaufen?“ Was die Regierung derzeit unternehme, um das öffentliche Leben herunterzufahren, sei richtig und notwendig. Aber als Folge werde sich eine Wirtschaftskrise entwickeln.

Daimler-Betriebsrat rechnet mit Kurzarbeit

Die Beschäftigten federn die Zwangspause vorerst mit Urlaub oder dem Abbau von Zeitkonten ab. Brecht geht aber davon aus, dass danach Kurzarbeit notwendig sein wird. „Wir haben die Voraussetzungen dafür geschaffen, dass wir ab der dritten Woche in Kurzarbeit gehen können“, sagte er. „Und meine persönliche Meinung ist: Das wird passieren.

Zugleich betonte er: „Das ist nicht der Start in ein unüberschaubares finanzielles Desaster.“ Selbst im schlechtesten Fall, sprich wenn die Kurzarbeit zeitweise auf null heruntergefahren würde, bekämen die Beschäftigten immer noch 80 Prozent ihres Nettolohns. Auch Leiharbeiter könnten an Bord bleiben. „Ich bin mehr als sicher, dass wir mit dem Kurzarbeitergeld ein gutes Instrument haben, um mit einer annähernd gleichen Zahl an Beschäftigten aus dieser Krise zu kommen“, sagte Brecht.

Vorbereitung für die Zeit nach der Krise

Ohnehin sei es wichtig, so aufgestellt zu bleiben, dass der Wiederanlauf schnell gelinge und nach dem Ende der Krise nicht Monate dafür ins Land gingen, die nötigen Leute zu finden. Einige Bereiche blieben deshalb auch in Betrieb, unter anderem dort, wo der Anlauf neuer Fahrzeuge vorbereitet werde – unter dem maximal möglichen Schutz der Beschäftigten. „Wir müssen diese Krise managen“, sagte Brecht. „Aber es wird auch ein Leben nach der Coronakrise geben.“

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