Elektromobilität Daimler-Chef: weniger Arbeitsplätze am Ende des Jahrzehnts

Autor / Redakteur: dpa / Nick Luhmann

Zuletzt hatten drei Prozent aller verkauften Mercedes-Modelle einen batterieelektrischen Antrieb. Ola Källenius lässt keinen Zweifel daran, dass sich ein steigender E-Auto-Absatz negativ auf den Mitarbeiterstand auswirken wird.

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Daimler-Chef Ola Källenius
Daimler-Chef Ola Källenius
(Bild: Daimler)

Die Transformation des Autobauers Daimler von Verbrennungsmotoren hin zur Elektromobilität wird den Stuttgarter Konzern nach Einschätzung seines Chefs, Ola Källenius, Arbeitsplätze kosten. „Man muss ehrlich mit den Menschen sein: Die Montage eines Verbrennungsmotors bringt mehr Arbeit mit sich als der Bau einer Elektroachse“, sagte Källenius der „Welt am Sonntag“.

„Selbst wenn wir den kompletten elektrischen Antriebsstrang selbst bauen würden, werden wir Ende der Dekade weniger Menschen beschäftigen.“ Es gebe aber neue, hochwertige Jobs im Zuge der Umstellung.

Daimler hatte sich zuletzt deutlich ambitioniertere Ziele für den Durchbruch der eigenen E-Flotte gesetzt und für die Pkw-Stammmarke Mercedes im Kern den baldigen Abschied vom Verbrennungsmotor angekündigt. Unter dem Leitbegriff „Electric only“ soll künftig das ganze Mercedes-Geschäft auf elektrisches Fahren ausgerichtet werden. Schon im Jahr 2025 wollen die Schwaben rund 50 Prozent ihrer Neuverkäufe mit vollelektrischen oder Plug-in-Hybrid-Autos erzielen – doppelt so viel wie bisher geplant.

Grundsätzlicher Konsens mit dem Betriebsrat

Auch nach Einschätzung des Daimler-Betriebsrats gibt es keine Alternative zum batterieelektrischen Antrieb. „Man kann nicht gegen den Strom schwimmen, wenn die ganze Welt gerade den batterieelektrischen Antrieb vorantreibt“, sagte Arbeitnehmervertreter Michael Brecht. Allerdings gebe es Zweifel in der Belegschaft am reinen Elektrokurs des Konzerns und dem bevorstehenden Aus des Verbrennungsmotors. „Einige Kollegen hängen schon noch dem Glauben an, dass wir noch eine Weile so weitermachen könnten.“

Bisher verdient Daimler das mit Abstand meiste Geld mit herkömmlichen Verbrennungsautos, also Benzinern oder Dieselfahrzeugen. Die Zahl der verkauften vollelektrischen Pkw machte im ersten Halbjahr gerade mal etwas mehr als drei Prozent aller ausgelieferten Autos aus, hinzu kommt ein etwas höherer Anteil von Hybridautos. Die Branche rechnet allerdings – angesichts politischer Vorgaben – in den nächsten Jahren mit rasant wachsenden Absatzquoten bei E-Autos.

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