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Wirtschaft Daimler streicht Prämien und reduziert Arbeitszeit

| Autor / Redakteur: dpa / Sven Prawitz

Daimler hat zuletzt mehrfach einen harten Sparkurs angekündigt. Nun haben sich Konzern und Betriebsrat auf erste Eckpunkte verständigt.

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Das Daimler-Management einigte sich mit dem Betriebsrat über die künftigen Sparmaßnahmen.
Das Daimler-Management einigte sich mit dem Betriebsrat über die künftigen Sparmaßnahmen.
(Bild: Daimler)

Auch für die Beschäftigten des Autobauers Daimler bringt die Coronakrise nun finanzielle Einbußen mit sich – im Gegenzug bleiben aber ihre Jobs gesichert. Unternehmensleitung und Gesamtbetriebsrat hätten sich auf Eckpunkte geeinigt, die die Personalkosten reduzieren und zur Beschäftigungssicherung, teilte Daimler am Dienstag (28. Juli) mit. Wesentliche Punkte: Die Arbeitszeit wird reduziert, die Prämie gestrichen und das sogenannte tarifliche Zusatzgeld automatisch in freie Tage umgewandelt. Zuletzt hatten bereits die Zulieferer Bosch und Continental angekündigt, die Wochenarbeitszeit zu verringern.

Der Konzern reagiere damit auf die deutliche Verschärfung der wirtschaftlichen Rahmenbedingungen durch die Corona-Pandemie. Gesamtbetriebsratschef Michael Brecht sprach von einem „deutlichen Beitrag zur Sicherung der Beschäftigung und Stabilisierung unserer Finanzlage“. Niemand solle sich in seiner Existenz bedroht fühlen. „Mehr noch: Beschäftigung bei Daimler bleibt bis 2030 gesichert, und betriebsbedingte Kündigungen bleiben ausgeschlossen“, sagte Brecht.

Geringere Arbeitszeit ohne Lohnausgleich

Im Detail soll die Arbeitszeit der Beschäftigten in der Verwaltung und den sogenannten produktionsnahen Bereichen – zum Beispiel in der Logistik – in Deutschland von Oktober an in der Regel um zwei Stunden pro Woche gekürzt werden, für ein Jahr und ohne Lohnausgleich. Die Produktion bleibt hier außen vor.

Für sämtliche Beschäftigten in Verwaltung und Produktion fällt zudem die Prämie für das Jahr 2020 weg. Die sogenannte Ergebnisbeteiligung wird stets im Frühjahr für das zurückliegende Jahr ausgezahlt. Wegen des schwachen Ergebnisses 2019 war sie in diesem Jahr allerdings schon deutlich niedriger ausgefallen als in den Vorjahren.

Freie Tage statt tarifliches Zusatzgeld

Das sogenannte Tarifliche Zusatzgeld, das einmal im Jahr gezahlt wird, gibt es 2021 ebenfalls nicht – es wird für alle verpflichtend in bezahlte Freistellungstage umgewandelt. Normalerweise können die Beschäftigten zwischen den Varianten wählen.

Personalvorstand Wilfried Porth dankte den Mitarbeitern für ihren Beitrag in der Krise. „Darüber hinaus gilt es, weiterhin miteinander die langfristigen strukturellen Themen anzupacken und zu lösen“, sagte er. „Nur so kommen wir gestärkt und sicher aus der Krise und sichern damit die Zukunft des Unternehmens und der Arbeitsplätze.“

Immer schärfere Sparmaßnahmen

Vorstandschef Ola Källenius hatte zuletzt betont, dass sein im vergangenen Herbst vorgelegter Sparplan angesichts der Coronakrise verschärft werden müsse. Was den Abbau von Arbeitsplätzen angeht, verwies der Konzern am Dienstag auf eine bereits bestehende Vereinbarung mit dem Betriebsrat, die im Wesentlichen auf die natürliche Fluktuation, auf Altersteilzeitangebote und ein inzwischen gestartetes Abfindungsprogramm setzt.

Eine konkrete Zahl hatte Daimler nie genannt und nannte auch am Dienstag keine. Kolportiert worden waren zunächst Größenordnungen von 10.000 bis 15.000 Stellen, die abgebaut werden sollten. Porth hatte dann jedoch angekündigt, dass das angesichts von Corona nicht reichen werde. Zuletzt hatten dann Berichte über 20.000 bis hin zu 30.000 Stellen die Runde gemacht.

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