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Daimler Trucks: Vernetzt effizienter

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Aerodynamisch optimale Verbünde

Der neue Bereich bei Mercedes-Benz Lkw wird als Nukleus auch die FleetBoard GmbH enthalten und steuert künftig alle Aktivitäten rund um die digitalen Anwendungen der Nutzfahrzeuge mit Stern – eng vernetzt mit den anderen Geschäftsbereichen. Ziel ist es, damit auch organisatorisch die Voraussetzungen für die Entwicklung digitaler Innovationen in diesem hoch-dynamischen Bereich zu schaffen. Die Leitung verantwortet Dr. Daniela Gerd tom Markotten, 41, die langjährige Erfahrung aus dem Bereich der IT-gestützten Fahrzeug-Telematik mitbringt. Daimler Trucks wird laut Bernhard diese Zielsetzung konsequent umsetzen, denn seit 2013 ist Konnektivität fester Bestandteil der Unternehmensstrategie. Dazu investiert das Unternehmen allein in den nächsten fünf Jahren rund eine halbe Milliarde Euro in die Vernetzung seiner Lkw und zugehörige Dienstleistungen und digitale Lösungen. Im Jahr 2016 beginnend bringt Daimler Trucks zusätzlich zum heute bereits umfangreichen Telematik-Angebot kontinuierlich neue Dienste auf den Markt und macht seine Plattformen auch für Drittanbieter zugänglich.

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Bernhard gab den mehr als 320 Journalisten aus aller Welt mit der Weltpremiere des „Daimler Trucks Highway Pilot Connect“ ein Beispiel für die Möglichkeiten von elektronischer Vehicle-to-Vehicle-Vernetzung (V2V). Auf der Autobahn A52 bei Düsseldorf fuhren drei über WLan vernetzte Lkw teilautonom in Kolonnenfahrt. Sie waren als sogenannter Platoon erstmals mit Straßenzulassung im öffentlichen Verkehr unterwegs. Grundlage dafür ist das Daimler Trucks-System Highway Pilot für teilautonomes Fahren von schweren Lkw, das die Stuttgarter seit Oktober 2015 in einem Mercedes-Benz Serien-Actros im realen Straßenverkehr in Deutschland testen. Bei dem jetzt erstmals präsentierten weiterentwickelten System Daimler Trucks Highway Pilot Connect vernetzten sich drei 40-Tonner zu einem aerodynamisch optimalen, vollautomatischen Verbund.

Deutlich geringerer Verbrauch

Die V2V ermöglicht das elektronische Ankoppeln von Lkw auf Autobahnen und Fernstraßen, das sogenannte Platooning. So vernetzte Lkw benötigen nur 15 Meter statt 50 Meter Abstand zueinander. Der Luftwiderstand verringert sich erheblich – vergleichbar dem Windschattenfahren im Radsport. So senkt der Truck-Platoon dreier Lkw den Kraftstoffverbrauch um rund sieben Prozent und reduziert den CO2-Ausstoß gleichermaßen. Damit sind laut Daimler Verbrauchswerte von 25 l/100 km für einen beladenen Sattelzug mit 40 Tonnen Gesamtgewicht möglich. Das entspricht einem Verbrauch von lediglich 0,66 l/100 km pro Tonne Gewicht oder einer CO2-Emission je Tonne Gewicht von 13,3 g/km. Parallel dazu ermöglicht das Platooning eine deutlich effizientere Nutzung der Straße: Durch den geringeren Abstand der Fahrzeuge verkürzt sich ein Platoon aus drei elektronisch gekoppelten Lkw auf 80 Meter statt 150 Meter bei herkömmlich fahrenden Lkw. Gleichzeitig erhöht Platooning die Sicherheit deutlich.

Reagiert der Mensch am Steuer in 1,4 Sekunden, gibt der Highway Pilot Connect die Bremssignale in weniger als 0,1 Sekunden an die Folgefahrzeuge weiter. Diese enorm verkürzte Reaktionszeit kann maßgeblich dazu beitragen, Auffahrunfälle wie an Stauenden auf Autobahnen zu verringern. Aufgrund ihrer Technik sind sämtliche Fahrzeuge eines solchen Platoons gleichzeitig teilautonom fahrende Lkw. Sie können ihre Richtung unabhängig vom vorausfahrenden Fahrzeug einhalten und dank ihrer Kombination aus Längs- und Querführung jederzeit auf unerwartete Situationen reagieren. Etwa beim Ein- und Ausscheren anderer Fahrzeuge, wobei sich der Truck übergangslos vom Platoon entkoppelt und alleine im teilautonomen Modus weiterfährt. Der Fahrer muss dazu nicht eingreifen.

Die Möglichkeiten der V2V-Vernetzung und der Konnektivität insgesamt zeigen, dass für den effizienten Straßengüterverkehr der Zukunft in der EU die gesetzgeberischen Hausaufgaben noch zu machen sind. Denn nach Zahlen von Daimler werden 75 Prozent der Güter in Europa auf der Straße transportiert. Mit der Vernetzung von Lkw mit anderen Verkehrsteilnehmern und der Umwelt lässt sich der gesamte Warentransport sicherer, schneller und gleichzeitig umweltschonender organisieren als heute.

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