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Geschäftsbilanz Daimler will 3,9 Milliarden Euro Dividende ausschütten

| Autor / Redakteur: Jens Riedel/Ampnet / Sven Prawitz

Dieter Zetsche hat heute (5. April) Rekordzahlen für die Daimler AG verkündet. Der Automobilhersteller konnte das Konzernergebnis auf fast elf Milliarden Euro steigern. Der Erfolg wird sich auch für die Aktionäre auszahlen: vorgeschlagen sind 3,65 Euro je Aktie.

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Daimler Hauptversammlung 2017 am 29. März 2017 im City Cube in Berlin.
Daimler Hauptversammlung 2017 am 29. März 2017 im City Cube in Berlin.
(Bild: Daimler)

Vorstandsvorsitzender Dieter Zetsche hat heute (5. April) auf der Hauptversammlung in Berlin mit mehreren tausend Aktionären auf das erfolgreichste Jahr der Daimler AG zurückgeblickt. Das Unternehmen erzielte erneut Bestwerte bei Absatz, Umsatz, EBIT und Konzernergebnis.

Daimler setzte mit insgesamt mehr als 289.300 Mitarbeitern im vergangenen Jahr rund 3,3 Millionen Fahrzeuge ab. Der Umsatz lag bei 164,3 Milliarden Euro, das EBIT betrug 14,7 Milliarden Euro und lag damit deutlich über dem Niveau des Vorjahres. Das Konzernergebnis stieg um 2,1 Milliarden Euro auf den Höchstwert von 10,9 Milliarden Euro. Das Ergebnis je Aktie erhöhte sich entsprechend auf 9,84 Euro nach 7,97 Euro im Vorjahr.

Dividende steigt um 40 Cent je Aktie

Der Hauptversammlung wird eine Dividende von 3,65 Euro pro Aktie vorgeschlagen. Das sind 40 Cent mehr als im Vorjahr und ist die höchste Ausschüttung in der Unternehmensgeschichte. Die Summe steigt damit auf den Rekordwert von 3,9 Milliarden Euro.

Zetsche hob in seiner Rede die besondere Verantwortung der Branche gegenüber der Umwelt hervor. „Ohne jeden Zweifel: Wir Automobilhersteller stehen in der Verantwortung, wenn es darum geht, individuelle Mobilität, Klimaschutz und Luftreinhaltung in Einklang zu bringen“, sagte er. Dazu wird bei Daimler auch die Produktion auf einen Antriebs-Mix eingestellt, so dass im nächsten Jahrzehnt jedes Modell auf jeder Linie produziert werden kann. Bis Ende dieser Dekade werden vier neue Werke in Polen, Ungarn, Russland und China zum globalen Produktionsnetzwerk hinzukommen, um dieses Ziel zu erreichen.

Umsatzrendite von neun Prozent geplant

Bis zum Jahr 2022 werde bei Mercedes-Benz in jedem Segment mindestens eine elektrifizierte Variante angeboten, kündigte der Konzernchef an. In Nordamerika ist Smart bereits komplett elektrisch, in Europa folgt die Umstellung der Marke bis 2020. Gleichzeitig werden auch die Nutzfahrzeuge elektrifiziert. Der Wandel hin zu einer emissionsfreien Mobilität sei eine betriebswirtschaftliche Herausforderung, so Zetsche.

Im Automobilgeschäft strebt der Konzern eine Umsatzrendite von neun Prozent an. Acht bis zehn Prozent sind es für das Geschäftsfeld Mercedes-Benz Cars, acht bzw. neun Prozent für Daimler Trucks und Mercedes-Benz Vans sowie sechs Prozent für das Bus-Business.

Um die Investitionen stemmen zu können, hatte Zetsche in der Pkw-Sparte Mercedes-Benz im vergangenen September bereits ein neues Sparprogramm aufgelegt, das über die kommenden Jahre einen Spielraum von zusätzlichen vier Milliarden Euro liefern soll. Unter anderem sollen Produkte schneller auf den Markt gebracht werden, bei den Material- und Produktionskosten wollen die Stuttgarter effizienter werden.

Spartenfinanzchef Frank Lindenberg hatte da bereits angedeutet, dass man zumindest für eine Übergangsphase auf etwas geringere Renditen vorbereitet sein müsse. Elektroautos hätten zumindest am Anfang eine deutlich kleinere Gewinnspanne als die Verbrenner-Modelle.

Zusammenarbeit mit Geely möglich

Laut einer Meldung der Nachrichtenagentur dpa sei die Zusammenarbeit mit dem neuen Großinvestor Li Shufu aus China eine Option. Dieter Zetsche sei offen für alles, was im Einklang mit den Interessen des chinesischen Partners BAIC stehe. Li Shufu, Gründer des BAIC-Konkurrenten Geely hatte im Februar fast zehn Prozent der Daimler-Aktien erworben.

Mit Material von dpa

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