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Autonomes Fahren Das Navi lenkt mit

| Autor / Redakteur: sp-x / Jens Scheiner

Das Navigationsgerät ist tot, es lebe die Navigation! Branchengrößen wie Tomtom oder Garmin verabschieden sich allmählich von einem früheren Geschäftsmodell und entdecken für ihr Know-how das Potenzial des künftig selbstständig agierenden Autos.

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(Foto: Tomtom)

Autonomes Fahren ist ein ganz großes Zukunftsthema der Autoindustrie. Alle wollen dabei sein. Selbst artfremde Konkurrenz wie Google oder vielleicht sogar Apple, werfen ihre speziellen Kompetenzen in die Waagschale. Auch wenn Kritiker einwenden mögen, hier werde gerade wieder um das robotorisierte Fortkommen ein Hype entwickelt, wie noch vor ein paar Jahren um die erwarteten Segnungen der Elektromobilität. Fakt ist, dass alle wichtigen Hersteller Fahrzeuge im Versuch haben, bei denen der Fahrer künftig die sichere Fortbewegung der Technik überlassen kann. Nicht zuletzt, weil durch die immer erschwinglicher werdenden Fahrerassistenzsysteme die dafür notwendigen Bausteine bereits vorhanden sind. Aber selbst dann, wenn ein Fahrzeug umsichtig selbst lenkt, bremst, überholt und abbiegt: Es muss immer noch wissen, wo es hin will und wie es effizient dahin kommt.

Zusätzliche Funktionen

Hier kommen die Experten für Navigation wieder ins Spiel. Nach Jahren der Stagnation und sinkender Umsätze bei den einst so begehrten tragbaren Navigationsgeräten - auch, weil sich immer mehr Autofahrer von der Navi-Anwendung ihres Smartphones lotsen lassen -, schlägt nun die Stunde der Hersteller exakter, ständig aktualisierter Straßenkarten. Außerdem bieten Branchengrößen wie Garmin, Tomtom oder Nokia Here zusätzlich Stauwarnungen mit alternativen Routenvorschlägen sowie lokale Wetterberichte, die sich in die Algorithmen, die das autonome Verhalten des Autos steuern, zukünftig einarbeiten lassen. So entstehen auch neue Partnerschaften unter den Zulieferern wie zwischen Continental und Nokia. Am Beispiel des niederländischen Unternehmens Tomtom lässt sich beobachten, wie ein Navigationsspezialist mit seinen Lösungen auf den zukünftigen Kurs der Mobilität einschwenkt.

Tomtom schließt strategische Allianzen

Die Niederländer stellen künftig ihre Verkehrsinformationen den Marken Volkswagen und Audi zur Verfügung. Auch die neuen Smarts sind mit diesem Navigationssystem unterwegs. Mehr noch: mit den Forschern des VW-Konzerns hat man einen Kooperationsvertrag geschlossen, um gemeinsam ein digitales Kartenwerk zu schaffen. Die Lotsen stellen ihr Know-how über Kartenherstellung zur Verfügung, der Automobilhersteller seine Entwicklungen im Bereich automatisiertes Fahren oder Highly Automated Driving (HAD) wie es die Fachleute nennen. Auch mit Bosch wurde kürzlich eine Partnerschaft vereinbart. Hier wird Tomtom seine Navigationstechnologie in den Dienst der Entwicklung hochautomatischer Fahrerassistenzsysteme (Advanced Driver Assistance System/ADAS) stellen. Dazu gehören als Ziele beispielsweise ein intelligenter Tempomat, Warnungen vor Staus oder voraus liegenden Kurven, die an Hand von Echtzeit-Daten noch mehr Unterstützung für den Fahrer bieten sollen.

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