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Wirtschaft Dekra hofft auf Digitalisierungsschub durch Coronakrise

| Autor / Redakteur: dpa / Jens Scheiner

Die Coronavirus-Krise treibt nach Ansicht der Dekra in vielen technischen Bereichen die Digitalisierung voran – kostet dem weltweit tätigen Prüfkonzern aber auch mächtig Umsatz.

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Dekra will für das Gesamtjahr 2020 keine Prognose abgeben.
Dekra will für das Gesamtjahr 2020 keine Prognose abgeben.
(Bild: Dekra )

Immer mehr Dienstleistungen, etwa Schulungen oder die Begutachtung von Schäden, werden laut Dekra ohnehin schon ganz oder teilweise auf digitalem Weg erbracht. Nun bekomme die Entwicklung noch einen zusätzlichen Schub. „Die Notwendigkeit, persönlichen Kontakt aktuell so weit wie möglich zu vermeiden, wird die Akzeptanz von digitalen Lösungen im Markt beschleunigen“, betonte Dekra-Vorstandschef Stefan Kölbl am Dienstag (21. April) in Stuttgart.

Trotzdem rechnet er nicht damit, dass der Prüfkonzern seinen jahrelangen Wachstumskurs halten kann. „Wir müssen 2020 von einem Rückgang beim Umsatz und anderen Kennzahlen ausgehen“, sagte Kölbl. Wie stark es nach unten geht, hänge davon ab, wie lange die starken Beeinträchtigungen des öffentlichen Lebens noch dauern.

Umsatz- und Gewinnrückgang

Eine seriöse Prognose für 2020 sei nicht möglich. „Der weitere Verlauf der weltweit sich auswirkenden Corona-Pandemie lässt sich nicht vorhersehen. Damit ist nicht kalkulierbar, wann wieder Normalität in das wirtschaftliche und gesellschaftliche Leben einzieht“, sagte er. Im ersten Quartal 2020 ging der Umsatz im Vergleich zum Vorjahresquartal um fünf Prozent zurück.

Zum Teil würden deshalb nun Investitionen verschoben, neue Mitarbeiter nur noch sehr selektiv eingestellt. Ein großer Teil der Beschäftigten in der Dekra-Zeitarbeitssparte ist zudem in Kurzarbeit. Mit knapp 44.000 Mitarbeitern weltweit hat Dekra im vergangenen Jahr einen Umsatz von rund 3,4 Milliarden Euro gemacht. Das waren zwei Prozent mehr als im Jahr zuvor. Unter dem Strich blieben knapp 120 Millionen Euro Gewinn, das waren rund zwölf Prozent weniger als 2018.

Um die Hauptuntersuchung ihrer Fahrzeuge müssten sich Autobesitzer in Deutschland keine Sorgen machen, betonte Kölbl. Die mehr als 500 eigenen Prüfstationen seien geöffnet, und auch in Werkstätten seien die Dekra-Prüfer weiter unterwegs. „Das allerdings nach strikten Regeln, mit denen wir sowohl Kunden als auch Mitarbeiter schützen“, sagte Kölbl.

Prüfung von Atemschutzmasken

Daneben leistet das Geschäftsfeld Product Testing seinen Beitrag in der Coronakrise: Seit Mitte März testet das Unternehmen auf der Grundlage eines speziell für Covid-19 angepassten Prüfgrundsatzes die Schutzwirkung von Corona-Masken (CPA) und hat die Prüfkapazitäten eigenen Angaben zufolge dafür um das fünfzigfache ausgeweitet. Dabei kommen Anfragen nicht nur aus EU-Ländern, sondern auch aus außereuropäischen Ländern.„Unsere Experten in Essen leisten mit ihrer Arbeit im Dreischichtbetrieb inklusive Wochenendarbeit unter Einhaltung gesetzlicher Rahmenbedingungen einen wichtigen Beitrag, dass künftig viel mehr Masken verfügbar sind“, kommentierte der Vorstandsvorsitzende die Arbeit der Labor-Kollegen.

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