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Delphi Delphi bleibt nicht "troy"

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Der weltgrößte Autozulieferer Delphi hat seine Prognose für das dritte Quartal und das Gesamtjahr 2004 wegen des hohen Wettbewerbs- und Kostendrucks nach unten korrigiert.

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( Archiv: Vogel Business Media )

Der weltgrößte Autozulieferer Delphi hat seine Prognose für das dritte Quartal und das Gesamtjahr 2004 wegen des hohen Wettbewerbs- und Kostendrucks nach unten korrigiert. Für das Gesamtjahr 2004 peilt der Konzern nun einen Proforma-Gewinn von 232 bis 289 Millionen Dollar an, bislang war von 400 bis 500 Millionen Dollar die Rede. Der Proforma-Gewinn schließt Restrukturierungsaufwendungen aus. Im dritten Quartal werde bei einem Umsatz von 6,65 Milliarden Dollar ein Proforma-Verlust von 65 bis 72 Millionen US-Dollar erwartet, teilte der Konzern am Dienstagabend in Troy (Michigan) mit.

Zuvor hatte Delphi mit einem Verlust von 20 Millionen Dollar bis zu einem leichten Gewinn von 10 Millionen Dollar gerechnet. Im vierten Quartal rechnet Delphi mit einem Proforma-Gewinn zwischen 25 und 75 Millionen Dollar. Der Umsatz werde zwischen 7,0 und 7,2 Milliarden Dollar liegen. Der Jahresumsatz soll 28,6 bis 28,8 Milliarden Dollar betragen. Unter dem Strich soll für das dritte Quartal ein Netto-Verlust von 113 bis 120 Millionen Dollar anfallen. Für das vierte Quartal wird ein Verlust von 18 Millionen Dollar bis zu einem Gewinn von 32 Millionen Dollar erwartet. Im Gesamtjahr visiert Delphi einen Überschuss von 47 bis 104 Millionen Dollar an.

"Kosten aggressiver senken"

Alan S. Dawes, Vice Chairman and Chief Financial Officer von Delphi, sagte, der Restrukturierungskurs müsse fortgesetzt werden. "Wir müssen im gesamten Unternehmen die Kosten aggressiver reduzieren." Dieser Weg werde gemeinsam mit den Gewerkschaften, Zulieferern und Kunden gegangen. Negativ machten sich die hohen Stahlpreise und die Produktionskürzungen des Hauptkunden General Motors für das zweite Halbjahr bemerkbar. Dagegen entwickle sich das Asien-Geschäft besser als erwartet.

Der Konzern hat seit Oktober 2003 rund 5.500 der weltweit über 180.000 Arbeitsplätze abgebaut. In Deutschland hatte Delphi vor einem Jahr die Grundig-Autoradiosparte und zuletzt von mg technologies den Fürther Zünd- und Airbag-Spezialisten Dynamit Nobel AIS übernommen. Derzeit untersucht die US-Wertpapieraufsicht SEC die Delphi-Bilanzen. Bei den Ermittlungen geht es vorwiegend um den Zahlungsverkehr mit dem IT-Dienstleister Electronic Data Systems (EDS). Betroffen sind die Bilanzen der Jahre 2000 bis 2003.