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Delphi Delphi einigt sich mit UAW

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Delphi hat sich mit der amerikanischen Automobilarbeitergewerkschaft UAW und General Motors über Lohnkürzungen, Werksschließungen und andere Reorganisationspläne geeinigt.

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Delphi hat sich mit der amerikanischen Automobilarbeitergewerkschaft UAW (United Auto Workers) und General Motors (GM) über Lohnkürzungen, Werksschließungen und andere Reorganisationspläne geeinigt. Delphi und die Gewerkschaft bestätigten am Freitag eine vorläufige Vereinbarung, die allerdings noch von den 17.000 zur Gewerkschaft gehörigen Delphi-Arbeitern gebilligt werden muss. Delphi und die UAW gaben keinerlei Einzelheiten bekannt.

Delphi, die frühere GM-Teilesparte, will nach unbestätigten US-Medienberichten vom Samstag die Stundenlöhne von 27,00 auf 14,00 bis 18,50 Dollar senken. Die Arbeiter sollen für die erheblichen Lohnkonzessionen mit Boni oder Abstandszahlungen entschädigt werden. Sie sollen teilweise die Möglichkeit erhalten, bei GM zu arbeiten, berichtete die US-Wirtschaftsnachrichtenagentur "Bloomberg".

Sieben Werke schließen

Laut "Bloomberg" will Delphi im Rahmen der Vereinbarung mit der Gewerkschaft auch sieben Werke schließen, vier US-Betriebe behalten und den Rest verkaufen. Zu Delphi gehörten zu Beginn des Insolvenzverfahrens im Oktober 2005 noch 28 amerikanische Fabriken. GM hatte die Delphi-Kosten vor einiger Zeit auf sieben Milliarden Dollar (5,2 Mrd. Euro) beziffert. GM hatte bei der Verselbstständigung des Unternehmens 1999 bestimmte Mitarbeiter- und Betriebsrenten-Garantien gegeben.

GM vermeidet durch die Einigung einen möglichen Streik der Delphi-Arbeiter, wenn die Vereinbarung von den Gewerkschaftsmitgliedern akzeptiert wird. GM ist nach wie vor der mit Abstand größte Delphi-Kunde und bezieht dort jährlich Teile im Wert von zwölf Milliarden Dollar. Ein Ausstand der Delphi-Arbeiter hätte damit enorme Konsequenzen für den amerikanischen Branchenführer. Das Insolvenzgericht muss ebenfalls zustimmen.

Tarifverhandlungen beginnen bald

In der amerikanischen Automobilindustrie beginnen in wenigen Wochen die UAW-Tarifverhandlungen mit GM, Ford und Chrysler für die im September auslaufenden Tarifverträge. Dabei werden die schwer angeschlagenen US-Autohersteller weit reichende Konzessionen von der UAW und ihren Mitarbeitern verlangen. Die UAW-Konzessionen bei Delphi dürften auch zu entsprechenden Forderungen anderer US-Zulieferer führen, von denen sich noch mehrere in Insolvenzverfahren befinden. John Sheehan, der für die Restrukturierung zuständige Delphi-Manager, nannte die Vereinbarung einen "wichtigen Meilenstein". Mehrere Investmentfirmen wollen Delphi für 3,4 Milliarden Dollar kaufen. Cerberus Capital Managment hatte sich jedoch von den Delphi-Übernahmediskussionen zurückgezogen. Cerberus hat zwischenzeitlich den Kauf von Chrysler vereinbart.