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Einigung Delphi, GM und UAW

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Delphi und General Motors (GM) haben sich mit der zuständigen Gewerkschaft UAW auf umfangreiche Vorruhestands- und Abfindungsregelungen für bis zu 131.000 US-Arbeiter geeinigt.

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( Archiv: Vogel Business Media )

Delphi und General Motors (GM) haben sich mit der zuständigen Gewerkschaft UAW auf umfangreiche Vorruhestands- und Abfindungsregelungen für bis zu 131.000 US-Arbeiter geeinigt. Die Abfindungsangebote liegen je nach Dauer der Betriebszugehörigkeit und im Fall von Verzichtserklärungen auf bestimmte Ruhestandsansprüche zwischen 35.000 Dollar und 140.000 Dollar (116.000 Euro) je Arbeiter. Dies gaben die Beteiligten am Mittwoch, 22.03., bekannt.

Je jünger die Arbeiter sind und je mehr sie auf Ruhestandsleistungen verzichten, desto höher soll die Abfindung sein. Bei GM liegen die gestaffelten Offerten bei bis zu 140.000 Dollar je Arbeiter. Delphi bietet jeweils 35.000 Dollar an. GM trägt auch weitgehend die Kosten bei der ehemaligen Tochter Delphi. GM bietet die Abfindungs- und Frühruhestandsrelungen allen 113.000 US-Arbeitern an. Die US-Angestellten sind nicht betroffen.

Bei Delphi soll 13.000 bei der UAW organisierten Arbeitern von insgesamt 34.000 US-Arbeitern eine Abstandszahlungen angeboten werden. 5.000 Delphi-Arbeiter können zusätzlich bis 2007 zu GM zurück kehren und dort in den Frühruhestand gehen. Delphi steht seit dem 8. Oktober 2005 in einem Insolvenzverfahren und versucht, sich zu sanieren. Das Insolvenzgericht muss den Plan noch genehmigen. GM konnte die Gesamtkosten des Programms nicht abschätzen, da bisher nicht fest steht, wie viele Arbeiter die Abfindungsofferten akzeptieren.

GM hatte die Kosten des Delphi-Programms in der Vorwoche auf 5,5 bis 12,0 Milliarden Dollar geschätzt. GM will bis 2008 ein Dutzend nordamerikanische Werke schließen und bis zu 30.000 Stellen abbauen. Mit den Vorruhestands- und Abfindungsprogrammen dürfte dies erheblich erleichtert werden. GM-Konzernchef Rick Wagoner begrüßte deshalb das Abkommen mit Delphi und der UAW.

Wagoner steht wegen der Riesenverluste, Untersuchungen der Wertpapier- und Börsenbehörde SEC, rückwirkenden Bilanzkorrekturen und des schwachen Geschäftsgangs unter gewaltigem Druck. GM versucht auch, die Mehrheit an seiner Finanzsparte GMAC zu verkaufen, um Milliarden herein zu holen. GM-Großaktionär Kirk Kerkorian übt damit massiven Reformdruck aus.

Delphi sprach von einem "kritischen Meilenstein bei der Restrukturierung". Gewerkschaftspräsident Ron Gettelfinger verwies auf "den gewaltigen Zeitaufwand und die enorme Geduld, die die Ausarbeitung wegen der Delphi-Insolvenz erfordert hat". Delphi-Chef Steve Miller verlangt weiterhin eine Senkung der Stundenlöhne von 27 auf zwölf Dollar und andere weit reichende Konzessionen seiner verbleibenden Mitarbeiter.

Delphi will mit der Gewerkschaft bis 30. März ein umfassendes Abkommen erreichen. Andernfalls will das Unternehmen beim Insolvenzrichter sofort beantragen, die Tarifabkommen aufzuheben. Die Gewerkschaft hatte zuvor mit einem Streik gedroht. Ein möglicher Ausstand bei Delphi könnte GM rasch und schwer treffen.