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Delphi Delphi will in Europa wachsen

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Der größte US-Autozulieferer Delphi Corporation will nach seiner Sanierung vor allem den europäischen Markt aufrollen.

( Archiv: Vogel Business Media )

Der größte US-Autozulieferer Delphi Corporation will nach seiner Sanierung vor allem den europäischen Markt aufrollen. "Wir sehen generell großes Wachstumspotenzial und wollen unseren Umsatz speziell in Europa in den nächsten Jahren auf 10 Milliarden Euro fast verdoppeln", sagte Guy Hachey, Vice President and President, Delphi Powertrain Systems and President, Delphi Europe, Middle East & Africa, am Mittwoch am Rande der IAA Nutzfahrzeuge in Hannover. Das Europa-Geschäft macht für Delphi bisher 20 Prozent des Gesamtumsatzes aus. "Wir wollen diesen Anteil auf ein Drittel steigern", sagte Hachey.

Vor allem in der Ausstattung von Fahrzeugen mit Elektronik, etwa Satellitenradios und Navigationsgeräten, Sicherheits- und Motoreinspritzsystemen sehe Delphi große Chancen. Hachey sagte, er sei optimistisch, dass Delphi im Sommer 2007 den US-Gläubigerschutz - die Insolvenzverwaltung - verlassen werde und wieder frei agieren könne. Die Verhandlungen mit den Gewerkschaften über den Abbau von mehr als 25.000 Stellen und die Senkung der Arbeitskosten seien weit fortgeschritten. Es werde nun vor allem noch über die Höhe von Pensionen verhandelt.

Delphi war 1999 von General Motors (GM) abgespalten worden und hatte im vergangenen Oktober angesichts eines Schuldenberges von 22 Milliarden US-Dollar Insolvenz angemeldet. Derzeit läuft die Sanierung. Im ersten Halbjahr 2006 verzeichnete Delphi einen Verlust von 2,6 Milliarden Dollar. Delphi hat derzeit weltweit rund 180.000 Beschäftigte, davon rund 50.000 in Europa. Delphi in Europa blieb von Stellenabbau weitgehend verschont. In Europa arbeite Delphi profitabel, sagte Hachey. Einzelheiten nannte er aber nicht. Mit dem ebenfalls angeschlagenen Autobauer GM macht Delphi immer noch fast die Hälfte seines Gesamtgeschäfts. "Wir wollen künftig die Umsätze mit GM stabil halten, aber zugleich das Geschäft mit anderen Kunden deutlich ausbauen", sagte Hachey.

Delphi wolle sich künftig auf fünf Geschäftsfelder konzentrieren. Dazu gehörten das Elektronikgeschäft mit Sicherheits- und Radarsystemen, der Bereich Bordnetze und Kommunikation, thermische Systeme, Antriebstechnologien sowie der Ersatzteilmarkt. Zu Geschäftsfeldern, die zum Verkauf stehen, gehörten etwa die Bereiche Innenausstattung, Radaufhängungen und Lenksysteme. Viele Unternehmen hätten bereits grundsätzliches Interesse signalisiert, einzelne Delphi-Bereiche zu kaufen, sagte Hachey. "Wir denken, dass wir den Verkauf von Geschäftsfeldern, die nicht mehr zum Kerngeschäft zählen, bis Ende 2008 abgeschlossen haben."