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Continental Den Übergang zu elektrifizierten Antrieben mitgestalten

| Redakteur: Christian Otto

José Avila, Vorstandsmitglied bei Continental, gab beim zweiten eMobility Summit in Berlin Ausblicke auf die Elektromobilität und die strategischen Konsequenzen für den Automobilzulieferer.

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Continental entwickelt auch zukünftig Technologien für den Übergang von fossilen Kraftstoffen zu elektrifizierten Antrieben.
Continental entwickelt auch zukünftig Technologien für den Übergang von fossilen Kraftstoffen zu elektrifizierten Antrieben.
(Continental)

Im Zentrum seines Vortrags stand für Avila das Bekenntnis zur Elektromobilität: „Continental fühlt sich der Elektromobilität und der Elektrifizierung von Fahrzeugfunktionen verpflichtet.“ Zusammen mit Kunden habe das Unternehmen Pionierarbeit bei Batterieanwendungen, der Leistungselektronik, elektrischen Maschinen und dem Energiemanagement geleistet.

Trotzdem sieht Avila auch weiterhin Entwicklungsmöglichkeiten beim Verbrennungsmotor. Continental will zukünftig auch diesen technisch weiterentwickeln: „Der Verbrennungsmotor muss weiter optimiert werden, damit er seine Aufgabe erfüllen kann, ohne Klima und Umwelt übermäßig zu belasten. Immerhin werden 95 Prozent aller in den nächsten zehn Jahren gefertigten Fahrzeuge nach wie vor einen Verbrennungsmotor haben.“ Das Ziel der Elektrifizierung und die weitere Verbesserung der Verbrennungsmotoren sieht er indes nicht als Widerspruch: „Um den Verbrennungsmotor für den bevorstehenden Übergangszeitraum fit zu machen, bedarf es der Elektrifizierung. Der Übergang von fossilen Kraftstoffen zum Stromantrieb wird nicht über Nacht kommen, sondern allmählich. Unser Ziel ist es, diesen Übergang so reibungslos und erfolgreich wie möglich zu machen.“

José Avila, Vorstandsmitglied von Continental und Leiter der Continental-Division Powertrain.
José Avila, Vorstandsmitglied von Continental und Leiter der Continental-Division Powertrain.
(Continental)

Autofahrer sind offen für Elektromobilität

Avila ist davon überzeugt, dass Kunden die Elektromobilität zukünftig breiter annehmen werden. Bestätigt sieht er sich durch die „Continental Mobilitätsstudie“, einer großen internationalen Untersuchung, die das Meinungsforschungsinstitut infas 2011 im Auftrag des Automobilzulieferers erstellte. Die Studie zeigte, dass der Preis von E-Fahrzeugen das größte Hindernis darstellt. Daneben beeinflusst die Sorge um die Reichweite die Kundensicht. Gerade die Reichweitebefürchtungen seien aber eher irrational, da die Befragung ergab, dass die Fahrzeuge ausreichend Ladezeit erhalten würden. Avila schließt daraus, dass nicht nur technische Lösungen sondern auch eine offene Kommunikation notwendig seien. Sein Fazit ist positiv: Autofahrer stehen am Anfang ihrer E-Fahrzeuglernkurve, sie sind „aber offen für Elektromobilität.“

Ganzheitliche Ansätze sind nötig

Komponenten zu standardisieren ist für den Continental-Vorstand ein wesentlicher Punkt um Elektromobilität erschwinglich zu machen. Dadurch soll das Dilemma niedriger Produktionszahlen und des daraus folgenden Preisniveaus gelöst werden. Für Avila erfordern elektrifizierte Antriebe auch technisch eine ganze Reihe neuer Lösungen. Dazu zählt auch eine neue Form des Energiemanagements im Auto. „In einem elektrifizierten Fahrzeug müssen unterschiedliche Energieformen berücksichtigt und koordiniert werden. Ein vorausschauendes Energiemanagement kann beachtliche Verbesserungen beim Kraftstoffverbrauch ermöglichen. Dieser Ansatz hilft, die vorhandene Batteriekapazität bestmöglich zu nutzen und die Reichweite auf ein Maximum zu vergrößern“, sagte Avila. Auch die Vernetung des Autos mit dem Internet und mit Mobiltelefonen, ist eine zentrale Anforderung der Elektromobilität: „Um das Beste aus der begrenzten Batteriespeicherkapazität heraus zu holen, bedarf es vielfältiger Informationen. Dazu zählen das Wetter, die Verkehrslage, alternative Streckenverläufe sowie erreichbare Ladestationen.“ Continental forscht auch an Lösungen zur Beheizung der Fahrgastkabine ohne eine höhere Stromentnahme von der Antriebsbatterie.

Avilas Ausblick unterstrich nochmals die Perspektive, die auch die Strategie von Continental bestimmen soll: „Elektromobilität ist noch jung, wird aber erwachsen. Die Entwicklung von E-Fahrzeugen hat enorme Fahrt aufgenommen."

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