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Denza: Lautloser B-Klasse-Ableger aus China

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Auch beim Fahren gibt es deutliche Unterschiede. Während die Mercedes-Ingenieure ihre B-Klasse als GTI für die Steckdose preisen und mit einem Sprintwert von 7,9 Sekunden prahlen, hat Schweickhardt den Denza nicht auf maximale Performance ausgelegt: Statt 177 PS und 320 Nm stehen beim Denza deshalb nur 117 Pferdchen und 290 Nm im Datenblatt: „Uns war die Effizienz wichtiger als die Dynamik“, sagt der Entwicklungschef und schwört auf die maximale Alltagstauglichkeit im eher zähen China-Verkehr. Weil man auch auf der Autobahn nicht schneller als 130 km/h fahren darf, geht das freiwillige Limit von 150 Sachen in Ordnung.

Und weil man in den Megacitys spätestens nach ein paar Metern ohnehin wieder anhalten muss, wird kaum jemand merken, dass bis Tempo 100 quälend lange 14 Sekunden vergehen. Zumal der Denza so ausgelegt ist, dass er zumindest auf den ersten Metern zügig ausschreitet und in 4,5 Sekunden bei 60 Sachen ist. „Das hilft, wenn man sich hier von einer Lücke in die nächste quetschen muss und seinen Weg durch den Stau sucht“, freut sich der Entwickler.

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Zwar ist der Denza im Prinzip ein Ableger der B-Klasse. Aber auf dem Weg von Raststatt nach Pingshan ist vom Original außer dem Konzept mit dem Sandwichboden bis auf die Türgriffe und ein paar Kleinteile nicht mehr viel übrig geblieben. Denn Schweickhardt hat nicht nur die Akkus ausgetauscht und einen anderen Elektromotor eingebaut, sondern gleich auch noch Form und Format angepasst. Weil er Platz für die Batterien brauchte und die Chinesen lieber hinten als vorne sitzen, wurden der Radstand um knapp 20 und die Länge um etwa 30 Zentimeter gestreckt. Und weil niemand in China mit seinen Koffern und Kisten im gleichen Abteil sitzen will, hat der Denza einen kleinen Bürzel bekommen, unter dem sich nun ein separater Kofferraum von stolzen 460 Litern verbirgt.

Jetzt passt der Denza zwar viel besser nach China als eine elektrische B-Klasse. Doch rechtfertigt das nicht den irrwitzigen Aufwand, zwei so ähnliche und doch komplett verschiedene Autos zu entwickeln. Schuld daran vielmehr ist die chinesische Regierung, die ihre üppigen Subventionen für die Stromer an die enge Kooperation und den umfangreichen Technologietransfer knüpft.

Schnäppchen dank stattlicher Unterstützung

So wird der dann selbst ein eigentlich sündhaft teures Elektroauto beinahe zu einem Schnäppchen: wenn erst einmal die jeweils 57.000 RMB Zuschuss aus Peking und einer Provinz wie Shenzhen sowie die 20.000 RMB Gutschrift auf die Mehrwertsteuer abgezogen sind, kostet der Denza nicht mehr 369.000, sondern nur noch 235.000 RMB und ist damit sogar gut 40.000 RMB billiger als eine konventionelle B-Klasse. Und spätestens beim Blick auf den Converter könnten da nicht nur die Chinesen ins Grübeln kommen: Denn 235.000 RMB sind umgerechnet etwa 26.000 Euro und damit viel weniger, als die elektrische B-Klasse bei uns je kosten wird.

Das Design ist für Langnasen vielleicht ein bisschen ungewöhnlich, das Fahrwerk wäre in Europa viel zu weich und etwas mehr Elan würde hier auch nicht schaden. Doch die riesige Reichweite, das großzügigere Platzangebot, der vergleichsweise niedrige Preis und ein Aha-Effekt wie vor 20 Jahren beim Toyota Prius oder heute beim BMW i3 – womöglich wäre der Denza mit diesem Paket sogar die bessere B-Klasse. Doch keine Sorge, diese Frage wird sich nach den Worten eines Daimler-Sprechers für Europäer genau so wenig stellen wir für Amerikaner oder Japaner: „Der Denza wurde in China für China entwickelt und ist nicht für den Export gedacht.“

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