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Sonderfahrzeuge Der Sommer der 200 Cabriolets

| Autor / Redakteur: SP-X / Thomas Günnel

Im sonnenverwöhnten Sommer des Jahres 1964 versuchten sich 70 Marken mit weit über 200 Modellen als Frischluft-Verführer. Nie war das Angebot für Fans von Faltdachmodellen größer. Sonnenkönige gab es von AC bis VW.

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Der sonnenverwöhnte Sommer des Jahres 1964 bot weit über 200 offene Fahrzeuge. Nie war das Angebot für Fans von Faltdachmodellen größer.
Der sonnenverwöhnte Sommer des Jahres 1964 bot weit über 200 offene Fahrzeuge. Nie war das Angebot für Fans von Faltdachmodellen größer.
(Foto: Škoda )

Es war das Jahr maximaler automobiler Entfaltungsmöglichkeiten. Der Sommer 1964 drehte zu großer Hitze auf und die Automobilindustrie antwortete darauf mit einer noch nicht dagewesenen Flut an Frischlufttypen. Nie fühlten sich Cabriofans dem Himmel näher. Allerdings verloren sie manchmal fast die Übersicht im neuen Meer der Möglichkeiten. 225 Modelle von 70 Marken aus neun Ländern, das gab's nur einmal. Als schöne Schaumkrone des automobilen Wirtschaftswunders bezeichnete die Fachwelt diese überwältigende Vielfalt an Faltdach-Fahrzeugen. Kündeten doch anfangs extravagante Coupés vom wiedergewonnenen Wohlstand der Nachkriegsära bis jetzt die noch kostspieligeren Open-Air-Stars folgten.

Der Sommer der 200 Cabrios

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Hohe Aufpreise

Kostspielig waren sie vor allem, was den Aufpreis gegenüber geschlossenen Blechkisten betraf. Ansonsten gab es sie in allen Preisklassen: Vom offenherzigen, winzigen Fiat-500-Derivat Autobianchi Bianchina mit Zweizylinder-Motor bis zum furiosen V12-Ferrari 275 GT Spider für die Schönen und Reichen, vom fröhlichen Ghia Jolly-Strandwagen mit mageren 15 kW/21 PS bis hin zu 317 kW/431 PS mächtigen Muscle Cars wie Ford Galaxy, Dodge Coronet oder Plymouth Belvedere. Auch das Roadster-Programm war komplett vom kippeligen dreirädrigen Bond Roadster aus England mit 9 kW/12-PS-Einzylinder bis zur gefährlichsten aller Giftnattern, der AC Shelby Cobra mit 313 kW/425 PS-V8 und Wheelspin-Garantie.

Der Duft der Zweitakter

Nagelnde Diesel vertrugen sich damals zwar noch nicht mit der Freude am Fahren unter freiem Himmel, wohl aber die penetranten Duftmarken von Roadstern mit Zweitakt-Motoren, also Auto Union DKW F12 und DKW 1000 SP, während die DDR-Zweitakt-Marke Wartburg gerade einen Roadster fürs nächste Jahr fit machte. Einen vollkommen neuen turbinenartigen Sound generierte dagegen der NSU Wankel Spider, das erste Serienfahrzeug mit Kreiskolbenmotor. Neben dem klassischen Antriebslayout Motor vorne und Antrieb hinten bei allen Roadstern vom kleinen Austin-Healey Sprite bis zum Jaguar E-Type, gab es Frontantrieb bei DKW und Lancia Flavia und Heckantrieb mit hinten positioniertem Motor bei Porsche 356 und Volkswagen Käfer Cabrio, aber auch die Schiffsschraube im Amphibienfahrzeug Amphicar (gebaut in Berlin) und den Allradantrieb beim offenen SUV-Pionier International Scout.

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