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Der Sommer der 200 Cabriolets

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Populäre Faltschiebedächer in Limousinen

Welche Sonnenbänke auf deutschen Straßen besonders populär waren? Überraschenderweise nicht die erfolgsverwöhnten Mittelklassestars von Opel und Ford. Zwar gab es Rekord und Taunus auch ohne Dach, dies aber nur vom exorbitant teuren Karossier Deutsch. Stattdessen waren optionale Faltschiebedächer in Limousinen populär (die heute bereits als Cabrio bezeichnet werden) und natürlich offene VW Käfer, Karmann-Ghia, Mercedes-Benz SL, Porsche 356, englische Roadster (Austin-Healey, Jaguar, MG, Sunbeam und Triumph), südeuropäische Spider (Alfa, Alpine, Innocenti) und Cabriolets (Citroen, Fiat, Lancia, Peugeot und Renault). Nicht zu vergessen der preiswerte tschechische Skoda Felicia, der vor 50 Jahren seinen letzten Sommer erlebte.

Rar waren dagegen die Verdecktypen vom niederbayerischen BMW-Rivalen Glas, die kostspieligen DKW Roadster und der futuristische NSU Wankel Spider. Galt dieser Rotarier bereits als besonders drehfreudig, war dies nichts gegen die überraschendste Roadster-Sensation auf europäischen Straßen: Den Honda S 500. Bei bis zu 9.000 Touren kreischten die flinken Flitzer wie wild gewordene Wüstenrennmäuse und lieferten dennoch die Basis für Hondas Aufstieg zum weltweit erfolgreichen Automobilhersteller.

Der Sommer der 200 Cabrios

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Exotische Cabriolets und Roadster

Auch Datsun/Nissan hatte bereits einen Roadster im englischen Design nach Europa geschickt: Der Fairlady Sport bereitete den Boden für die späteren Fairlady Z-Sportwagen. Kaum weniger exotisch wirkte auf den ersten Blick der brasilianische Willys Interlagos A108, der sich bei genauerer Betrachtung allerdings als Lizenz eines früheren französischen Alpine-Cabriolets offenbarte und deshalb offiziell nicht in Europa verkauft werden durfte. Anders dagegen die schicken Charmebolzer von Asa (Italien), Autobianchi, Enzmann (aus der Schweiz), Lotus (der Elan wurde Vorbild für den Mazda MX-5), Osca oder Osi. Bis auf Lotus durchweg Namen, die heute nur noch Enthusiasten mit rebellischen Roadstern assoziieren.

Majestätischen Cabriolets

Bleiben noch die majestätischen Cabriolets fürs fürstliche Vergnügen von Präsidenten, Royals und Geldadel. Während Bundeskanzler Ludwig Erhard den Mercedes-Benz 600 als neue Staatskarosse übernahm, bereitete Stuttgart bereits die Auslieferung des 600 Landaulet vor. Mit 6,24 Metern das längste Seriencabrio der Welt, das zudem kostspieliger war als alle Konkurrenten der Liga von Bentley S3, Rolls-Royce Phantom V, Cadillac Fleetwood oder Lincoln Continental. Der Himmel stand eben allen offen in jenem strahlend-schönen Sommer des Jahres 1964.

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