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Gefahren Der VW Up GT ist der neue GTI

| Autor / Redakteur: sp-x / Andreas Wehner

Volkswagen baut seine Kleinstwagenbaureihe aus und bringt einen Up mit 110 PS. Der getestete Prototyp weckt Erinnerungen an einen guten alten Bekannten. Und die Familie soll noch weiter wachsen.

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Volkswagen hat ambitionierte Pläne mit der „New Small Family“ - auf diesen Namen hört die kleine Plattform, auf der nicht nur der Kleinstwagen Up, sondern auch seine Schwestermodelle Seat Mii und Skoda Citigo stehen. Dem Mutterkonzern kommt es dabei auch darauf an, den Premium-Charakter der Marke Volkswagen zu unterstreichen. Dafür stehen eine ganze Reihe von Derivaten, die sukzessive auf den Markt kommen.

Ein Modell ist dabei vor allem für Fahrfreude zuständig: Der Up GT, der bereits auf der IAA 2011 als Studie vorgestellt wurde und den wir nun schon als Prototyp fahren konnten. Wichtigste Änderung gegenüber dem normalen Up ist der Antrieb: VW hat den 1,0-Liter-Dreizylinder per Turboaufladung mit Ladeluftkühlung auf 81 kW/110 PS gebracht, die bei knapp über 6.000 U/min anliegen dürften. Das maximale Drehmoment liegt bei 175 Nm. Die Wolfsburger haben bei der Turbovariante auf Direkteinspritzung umgestellt - und jenes Sechsgang-Getriebe eingebaut, das es ansonsten erst ab der Polo-Plattform gibt.

In 8,5 Sekunden, so der Hersteller, soll der Up GT auf 100 km/h sprinten; die Spitze wird mit 195 km/h angegeben. Das Fahrerlebnis im von uns gefahrenen Prototypen gibt keinen Anlass, an den Leistungsangaben zu zweifeln: Der Dreizylinder tritt fast ohne turbotypische Verzögerung aus dem Drehzahlkeller an und dreht frei bis über 6.500 U/min heraus.

Der kernige, aber nicht aufdringliche Motorenklang erinnert an die fast vergessenen, einst von der Konkurrenz gefürchteten Dreizylinder-Turbomodelle von Daihatsu. Erfreulich niedrig liegt der Verbrauch: Der stärkste Up dürfte sich mit rund 4,5 Litern pro 100 Kilometer bescheiden.

Der Kreis zum Golf GTI schließt sich

Erinnern will VW freilich an den ersten Golf GTI - tatsächlich ist das Leistungsgewicht des nach EU-Norm 960 Kilogramm leichten Up GT nicht weit von dem mit 81 kW110 PS exakt gleich starken ersten Golf GTI entfernt. Der Kreis schließt sich, zumal auch die Abstimmung des Up GT Freude bereitet - dank Sportfahrwerk und strafferer Feder-/Dämpferrate. Mit dieser Kombination aus Leistung, Handling und Qualität dürfte der Turbo-Up den wenigen etablierten Konkurrenzmodellen, wie dem Abarth 500, zu schaffen machen - und kaum eines von ihnen ist auch noch derart kompakt.

Optisch dürfte sich der sportliche Up an die GT Up-Studie von 2011 anlehnen. Zu fahren war ein Prototyp, dessen Technik in einer normalen Up-Karosserie verpackt war. Bevor der Wagen auf den Markt kommt, wird sich die Designabteilung zum Beispiel der Frontschürze wohl noch einmal annehmen. Ob der spritzigste Up, wenn er 2013 oder im Frühjahr 2014 auf den Markt kommt, tatsächlich das GT- oder sogar das legendäre GTI-Logo tragen wird, ist noch nicht entschieden. Verdient hätte er die drei Buchstaben allemal.

Elektro-Up mit 150 Kilometer Reichweite

Neben dem Sportler will VW dem Up weitere Ableger zur Seite stellen und wird damit nach Ansicht von Experten die Hackordnung im A-Segment durcheinanderbringen. Nach dem Viertürer, der bereits im Mai zu Aufpreisen von 475 Euro beim Händler stehen wird, gelangt im Sommer eine Erdgas-Variante in den Handel. Im Spätsommer bringt VW den Cross Up auf den Markt, der sich mit rustikal wirkenden Kunststoff-Applikationen und einer eigenständigen Innenausstattung im typischen Stil der Cross-Modelle als Pseudo-Geländewagen präsentiert.

Interessant wird es 2013: Dann tritt neben dem GT der vollelektrische E-Up auf den Plan. Er verfügt über einen 60 kW/82 PS starken Elektromotor mit 210 Nm Drehmoment, der den Kleinstwagen in knapp 14 Sekunden auf 100 km/h und weiter auf 130 km/h Spitze bringt. Die maximale Reichweite soll bei 150 Kilometern liegen. Abmessungen und Gepäckraum bleiben unverändert - eine Seltenheit bei elektrifizierten Derivaten.

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