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Creditreform Desaströse Ertragslage im Mittelstand

| Redakteur: Christoph Baeuchle

Die Krise hat den Mittelstand voll erreicht. Aus einer Umfrage von Creditreform geht hervor, dass knapp die Hälfte der Unternehmen unterm Strich mit einem Minus rechnet.

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Der Mittelstand bekommt die schlechten konjunkturellen Rahmenbedingungen nun deutlich zu spüren. Die Zahl der kleinen und mittleren Unternehmen, die einen Umsatzrückgang erwartet ist innerhalb von zwölf Monaten von 13 Prozent auf 38,2 Prozent gestiegen. Dies teilte die Creditreform Wirtschaftsforschung am Dienstag mit. Das Saldo zwischen erwarteten Umsatzsteigerungen und -rückgängen übertreffe selbst den Tiefpunkt aus dem Rezessionsjahr 2003.

Creditreform hat dafür mehr als 4.200 mittelständische Unternehmen befragt, die weniger als 500 Mitarbeiter haben und deren Umsatz nicht über 50 Millionen Euro liegt. Die Ertragslage im deutschen Mittelstand ist desaströs. Gut die Hälfte der Unternehmen (51,6 Prozent) berichtet über gesunkene Erträge, noch nicht einmal jeder Zehnte (9,2 Prozent) vermeldet Gewinnsteigerungen, wie aus dem Bericht „Wirtschaftslage und Finanzierung im Mittelstand – Frühjahr 2009“ hervorgeht.

Finanzierungsbedingungen verschlechtert

Zahlreiche Unternehmen erwarten rote Zahlen. Knapp die Hälfte der befragten Unternehmen (46,6 Prozent) rechnet unter dem Strich mit einem Minus. Im Vorjahr lag der Anteil der pessimistischen Einschätzungen bei lediglich 19,1 Prozent.

Dies wirkt sich auch auf die Finanzierungsbedingungen aus. 43,2 Prozent der KMU bejahten die Frage, ob die Finanzierungsbedingungen heute schwieriger seien als vor einem Jahr. Im Vorjahr machten diese Angabe 32,5 Prozent der Befragten.

Konkret fordern die Kapitalgeber mehr Sicherheiten (in 83,4 Prozent der Fälle) und höhere Risikoaufschläge (33,9 Prozent) bevor ein Kredit bewilligt wird. Eine Kreditklemme stellt immerhin ein Sechstel der Unternehmen (16,9 Prozent) fest – doppelt so viele wie im Vorjahr. Unter abgelehnten Kreditanträgen haben vor allem Einzelhandel (26,3 Prozent) und Baugewerbe (21,7 Prozent) zu leiden.

Dadurch dürfte auch die Zahl der Pleiten steigen. Knapp 30.000 Unternehmen mussten im vergangenen Jahr Insolvenz anmelden. Damit legte die Zahl der Unternehmensinsolvenzen erstmals nach fünf Jahren wieder zu. Tendenz weiter steigend. Insgesamt haben die Ausfallraten wieder deutlich zugenommen. In diesem Jahr ist mit einem weiteren Anstieg der Unternehmensinsolvenzen auf 33.000 bis 35.000 Fälle zu rechnen, so Creditreform.

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