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North American International Auto Show 2015 Detroit: Ölpreis und Optimismus

| Autor / Redakteur: Jens Meiners / Thomas Günnel

„Wir haben gute Nachrichten“, sagte VDA-Chef Matthias Wissmann auf einer Pressekonferenz zum Auftakt der Automesse in Detroit. Mit insgesamt 16,4 Millionen Einheiten hat der US-Markt für Pkw und leichte Nutzfahrzeuge im vergangenen Jahr Vorkrisenniveau erreicht. Mit 953.000 Einheiten beteiligt daran war die deutsche Automobilindustrie.

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Am 12. Januar eröffnete in Detroit die North American International Auto Show 2015. VDA-Chef Matthias Wissmann zeigte sich bei der Verbands-Pressekonferenz optimistisch.
Am 12. Januar eröffnete in Detroit die North American International Auto Show 2015. VDA-Chef Matthias Wissmann zeigte sich bei der Verbands-Pressekonferenz optimistisch.
(Foto: Rohatynski-Harlow Public Relations)

Im Pkw-Bereich liegt der Marktanteil deutscher Hersteller in den USA bei beachtlichen 12,4 Prozent; bei den Nutzfahrzeugen liegt er mangels entsprechender Angebote erheblich darunter. Für das Jahr 2015 ist Wissmann optimistisch – und das liegt nicht zuletzt an dem niedrigen Ölpreis: „Er erleichtert es dem Verbraucher, seine Rechnungen zu bezahlen, und ist ein guter Kaufanreiz“, sagt der VDA-Chef.

Hoher Marktanteil der Diesel

Die Kehrseite der niedrigen Kraftstoffpreise: Sie motivieren die Kundschaft nicht gerade dazu, auf effizientere Technik umzusteigen; vielmehr reüssieren leistungsstarke Ottomotoren. Dennoch konnten sich auch in diesem Umfeld sowohl der Elektro- als auch der Dieselmotor behaupten. Der Markt für E-Mobile ist auf niedrigem Niveau um 23 Prozent auf gut 119.000 Einheiten gewachsen, und es ist gelungen, 420.000 Selbstzünder auf die Straße zu bringen – ein Plus von 17 Prozent. Besonders erfreulich für die deutsche Autoindustrie: Unter den Diesel-Pkw in Nordamerika liegt ihr Anteil bei stolzen 94 Prozent. „Der saubere Diesel kommt langsam, aber beharrlich“, sagt Wissmann – sicher eine Botschaft auch an die europäische Politik, die dem Diesel regelmäßig Steine in den Weg legt.

Zukunftstrend autonomes Fahren

Zu den Zukunftstrends gehört außerdem das vernetzte und autonome Fahren; hier sieht der VDA die deutsche neben der amerikanischen Autoindustrie an führender Stelle. Schon für 2016 erwartet Wissmann, dass mindestens 80 Prozent der Neuwagenflotte "vernetzt" sind; derzeit sind es nur 20 Prozent. Das rasante Wachstum dieser Themen dürfte vor allem der deutschen Zulieferindustrie starke Impulse verleihen. Für die Messe in Detroit ist die zunehmende IT-Lastigkeit der Automobilentwicklung weniger günstig: Das automobile Jahr beginnt schon heute nicht mehr in Michigan, sondern eine Woche früher – bei der Consumer Electronics Show (CES) in Las Vegas.

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