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Schaeffler „Deutsche Lösung“ soll Technologie sichern

| Redakteur: Bernd Otterbach

Die Schaeffler-Gruppe hat für Conti ein Übernahmeangebot vorgelegt. Das Unternehmen strebt eine strategische Beteiligung von mehr als 30 Prozent an Conti an.

Die Schaeffler-Gruppe hat für Conti ein Übernahmeangebot vorgelegt. Schaeffler bietet den anderen Aktionären 69,37 Euro pro Aktie in bar, damit bewertet die Offerte Conti mit 11,2 Milliarden Euro. Schaeffler teilte in Herzogenaurach mit, das Unternehmen strebe eine strategische Beteiligung von mehr als 30 Prozent an Conti an, aber nicht notwendigerweise eine Mehrheit.

Technologie sichern

Schaeffler sieht auch zukünftig keine Veranlassung, das Angebot an die Conti-Aktionäre zu erhöhen. Wie Schaeffler-Chef Jürgen Geißinger am Dienstagabend in einer Telefonkonferenz mitteilte, will die Gruppe Zugriff auf die Technologie der Hannoveraner. „Wir wollen eine deutsche Lösung, um die Technologie zu sichern.“ Dafür reiche es, mehr als 30 Prozent zu halten. „Derzeit warten wir erst einmal ab, was in den nächsten Tagen passiert. Es liegt nicht an uns zu sagen, ob dieses Angebot feindlich ist oder nicht.“ Schaeffler stehe für weitere Gespräche zur Verfügung. „Die Türen sind offen“, so Geißinger weiter.

Unklare Zukunft für Conti-Vorstand

Das Angebot sei mit einem Bankenkonsortium gemeinsam gestemmt worden, sagte Geißinger. Ein Private Equity-Investor sei nicht beteiligt. In den Vorgesprächen habe Continental Schaeffler einen Anteil von 20 Prozent angeboten. Was mit dem Conti-Management in Zukunft passiere, bleibe abzuwarten, sagte Geißinger. Schaeffler habe hierzu keine Position bezogen.

Keine Zerschlagung

Geißinger erklärte, Continental werde nicht zerschlagen, durch die Transaktion werde es auch keinen Verlust von Arbeitsplätzen geben. Am Conti-Stammsitz in Hannover gibt es allerdings Befürchtungen, Conti solle zerschlagen werden, Jobs seien in Gefahr.

Zudem bestätigte der Schaeffler-Chef, Continental solle auch künftig an der Börse notiert sein, wenn möglich im Leitindex DAX. Außerdem solle Conti als eigenständige Gesellschaft mit Sitz in Hannover erhalten bleiben. „Schaeffler unterstützt die Strategie von Continental ausdrücklich, auch in Bezug auf das Reifengeschäft“. Der Fokus liege auf der Kombination der Stärken beider Unternehmen.

dpa/AI

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