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E-Miglia Die erste Rallye für Elektroautos

| Autor / Redakteur: Jan Rosenow / Jan Rosenow

Wie die ersten Autos vor 100 Jahren müssen heute die Elektromobile auf einer mehrtägigen Alpenfahrt zeigen, was sie können. Die E-Miglia, die erste Rallye nur für Elektrofahrzeuge, startet heute in München.

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Vor 100 Jahren waren die Alpenfahrten die größte Herausforderung für das noch junge Automobil. Damals ging es in erster Linie darum, anzukommen – keine leichte Aufgabe für die Autos jener Zeit. Und auch die Infrastruktur in den Alpen bot manche Herausforderung: unbefestigte Straßen, steile Berge und eine unsichere Kraftstoffversorgung.

Nun könnte wieder eine Alpenfahrt den Beweis antreten, dass eine neue Antriebstechnik mittlerweile alltagstauglich und zuverlässig ist. In München startet heute die E-Miglia, die erste Rallye nur für Elektrofahrzeuge. Sie führt von der bayerischen Landeshauptstadt über den Alpenhauptkamm nach Rovereto in Italien. Der Name spielt auf die legendäre Mille-Miglia-Rallye an, die von 1927 bis 1957 in Italien stattfand.

„Tausend Meilen“ wie bei diesem Vorbild müssen die E-Mobile allerdings nicht zurücklegen. Auch geht es nicht um die schnellste Zeit. Insgesamt liegen 560 Kilometer Strecke vor den Teilnehmern; die längste Tagesetappe beträgt 170 Kilometer. Die sportliche Rangfolge wird auf täglichen Sonderprüfungen ermittelt.

Alle Fahrzeuge gibt es zu kaufen

Die größte Herausforderung für die Autos sind jedoch die steilen Bergauffahrten in den Alpen. Immerhin geht es auf dem Jaufenpass bis auf 2.094 Meter Seehöhe. Das zehrt an der Batterieladung. Mehrmals am Tag können die Teilnehmer deshalb mobile und ortsfeste Ladestationen anlaufen. Die Ladezeit wird nicht gewertet, um Chancengleichheit zwischen den sehr unterschiedlichen Fahrzeugen herzustellen.

Insgesamt nehmen mehr als 20 Elektrofahrzeuge mit zwei, drei oder vier Rädern teil. Es sind keine Prototypen oder Einzelstücke aus den Entwicklungsabteilungen der Fahrzeughersteller, sondern Serienmodelle, die jeder Kunde kaufen kann. Den größten Teil des Feldes machen der Sportwagen Tesla und das norwegische Citymobil Think aus. Auch die deutschen Modelle City EL und Twike sind vertreten, dazu der italienische Tazzari sowie mehrere auf E-Antrieb umgebaute Serienautos.

Sportlicher Leiter der E-Miglia ist der erfahrene Rallyeprofi Richard Schalber, der sonst eher PS-starke Events wie die Transsyberia-Rallye organisiert. Er betonte auf der Eröffnungs-Pressekonferenz den sportlichen Wert der Veranstaltung. „Das ist keine Fahrt um den Kirchturm, sondern etwas richtig Kerniges.“ Gerade die Teilnehmer, die zum ersten Mal auf einer Rallye dabei sind, dürften sich über die harten Anforderungen noch wundern. Doch für 10.000 Euro Siegprämie müssten die E-Auto-Pioniere eben auch etwas Herausragendes leisten.

TÜV-Süd-Chef Stepken fährt mit

Einer der wichtigsten Unterstützer der E-Miglia ist der TÜV Süd. Im Münchener Servicezentrum des Unternehmens fand gestern die technische Abnahme statt; Ingenieure prüften die teilnehmenden Fahrzeuge besonders auf den Nässeschutz der elektrischen Verbindungen und der Kabelführungen.

Der Vorstandsvorsitzende des TÜV Süd, Dr. Axel Stepken, ist zudem unter den Teilnehmern und pilotiert einen von Karabag umgerüsteten Fiat 500 E. „Außer um den Fahrspaß geht es für uns bei der E-Miglia darum, unser Wissen um das Verhalten der E-Autos, ihre Sicherheit und das Funktionieren des Ladevorgangs im Alltag zu vertiefen“, erklärte Stepken.

Die erste Etappe der E-Miglia führt am heutigen Tag von München über zirka 120 Kilometer nach Füssen. Am Freitag ist in Rovereto der Zieleinlauf geplant. Neuigkeiten gibt es auf der Webseite der Rallye sowie auf Facebook, Twitter und Youtube.

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