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Hyundai i30 Die Koreaner blasen zur Jagd

| Redakteur: Bernd Otterbach

In der Kompaktklasse startet Hyundai Ende März mit der zweiten Generation des i30. Mit dem Nachfolger ihres Verkaufsrenners nehmen die Koreaner explizit Ford- und Opel-Kunden ins Visier.

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Hyundais Selbstbewusstsein steigt. Der koreanische Autohersteller verzeichnet Jahr für Jahr zweistellige Zuwachsraten bei den Fahrzeugverkäufen – sicher nicht zuletzt deshalb, weil die Entwickler es schaffen, bei jedem neuen Modell einen Schritt nach vorne zu machen, was Qualitätsanmutung und Verarbeitung angeht.

Das zeigt sich auch beim neuen Hyundai i30, der seit seiner Premiere auf der IAA 2011 bereits einiges an Lob einheimste. Seinen Anteil daran dürfte auch VW-Chef Martin Winterkorn haben, der den Golf-Konkurrenten in einem schon fast legendären Youtube-Video mit dem Satz „Do scheppert nix“ adelte. Ende März kommt die zweite Generation des i30 nun in den Handel.

Das Kompaktmodell ist ein typischer Eroberer: 85 Prozent der Verkäufe des Vorgängermodells gingen an markenfremde Kunden. Mit dem neuen i30 wollen die Koreaner explizit nicht mehr nur den Japanern und Franzosen Konkurrenz machen, sondern auch Ford und Opel.

Von VW-Fahrern sprechen die Verantwortlichen bei Hyundai Motor Deutschland allerdings noch nicht, wenn es um die Kunden geht, die der Importeur für den i30 gewinnen will. Neben den japanischen und französischen Wettbewerbern nehmen die Koreaner aber inzwischen ausdrücklich auch Ford und Opel ins Visier.

Zurückhaltung bei der Verkaufserwartung

Was die Verkaufsziele für den Kompakten in diesem Jahr angeht, ist Hyundai zurückhaltend. „Wir wollen das Niveau des Vorjahres erreichen“, sagte Hyundai-Sprecher Thomas Rauh. 2011 weist das Kraftfahrt-Bundesamt für den i30 inklusive der Kombi-Variante knapp 33.000 Neuzulassungen aus.

Zusätzliche Kundengruppen will Hyundai dann ab 2013 mit dem Dreitürer erreichen, den es beim Vorgängermodell noch nicht gab. Europaweit peilt Hyundai 120.000 Neuzulassungen jährlich an. Davon sollen 65 Prozent auf den Fünftürer, 25 Prozent auf den Kombi und 10 Prozent auf die dreitürige Variante entfallen.

Der Importeur kündigte zudem an, den Anteil an gewerblichen Kunden deutlich steigern zu wollen, allerdings ohne ein konkretes Ziel zu nennen. Luft nach oben ist jedenfalls noch. Während der Gewerbekundenanteil im C-Segment 2011 deutschlandweit bei 60 Prozent lag, kam Hyundai mit dem i30 auf lediglich 25 Prozent.

Optisch braucht sich der Kompakte vor der Konkurrenz nicht zu verstecken. Das vom europäischen Designteam unter Thomas Bürkle entworfene Modell steht durch kräftige vordere Kotflügel, markante seitliche Kanten auf der Motorhaube und zwei ansteigende Sicken in der Seitenpartie dynamisch auf der Straße. Von vorne ähnelt der i30 der Mittelklasselimousine i40.

Das im Vergleich zum Vorgänger in Länge und Breite gewachsene Kompaktmodell bietet trotz gleichen Radstands mehr Platz – sowohl für die Insassen als auch für das Gepäck. Das Kofferraumvolumen legte um elf Prozent auf 378 Liter zu. Bei umgeklappter Rücksitzbank ergeben sich bis zu 1.316 Liter.

Hyundai bietet den i30 in mit zwei Otto- und drei Dieselmotoren an. Den Einstieg bildet ein 1,4-Liter-Ottomotor mit 73 kW/99 PS. Der Durchschnittsverbrauch von sechs Litern entspricht einem CO2-Ausstoß von 139 Gramm pro Kilometer. Kraftvoller und gleichzeitig sparsamer ist unterwegs, wer den 1,6-Liter-Otto-Direkteinspritzer mit 99 kW/135 PS ordert. Er verbraucht durchschnittlich 5,7 Liter und kommt so auf einen Ausstoß von 134 Gramm CO2 pro Kilometer.

Stärkster Diesel als Sparwunder

Die Selbstzünderpalette startet ebenfalls bei 1,4 Litern. Der Einstiegsdiesel leistet 66 kW/90 PS und verbraucht im Normzyklus 4,1 Liter Diesel (CO2-Ausstoß: 109 g/km). Außerdem bietet Hyundai ein 1.6-CRDi-Aggregat in zwei Leistungsstufen an: mit 81 kW/110 PS oder mit 94 kW/128 PS. Die schwächere Variante kommt mit 4 Litern Diesel auf 100 Kilometer (CO2-Ausstoß: 104 g/km), während 18 PS mehr im stärkeren Aggregat dafür sorgen, dass der Verbrauch um 0,1 Liter höher liegt (CO2-Ausstoß: 108 g/km). Nur letztere Variante ist auch als i30 blue erhältlich. Dank Start-Stopp-Automatik ISG und Leichtlaufreifen sowie mithilfe einer anderen Getriebeübersetzung kommt die 128-PS-Variante dann auf einen Verbrauch von lediglich 3,7 Litern Diesel und einen CO2-Ausstoß von 97 Gramm pro Kilometer.

Alle Motorvarianten sind standardmäßig mit einem Sechs-Gang-Getriebe kombiniert. Gegen Aufpreis bietet Hyundai für die 1,6-Liter-Motoren auch eine Sechs-Stufen-Automatik an. Eines der technischen Highlights ist die serienmäßige Lenkhilfe „Flex Steer“, die auf Knopfdruck die Servounterstützung je nach Situation verstärkt oder zurücknimmt.

Zur Serienausstattung gehören außerdem bereits in der Einstiegsvariante „Classic“ elektrisch verstell- und beheizbare Außenspiegel, ein Berganfahrassistent, eine Audioanlage, Klimatisierung sowie elektrische Fensterheber vorne. So ausgestattet, kostet der i30 mit dem Einstiegsbenziner 15.850 Euro.

In der Ausstattungslinie „Trend“, die ab 17.720 Euro erhältlich ist, kommen unter anderem eine Einparkhilfe hinten, ein Lichtsensor, statisches Kurvenlicht, eine Lenkradfernbedienung für die Audioanlage, elektrische Fensterheber hinten, Leder an Lenkrad und Schalthebel sowie Leichtmetallfelgen dazu.

Als „Style“ bringt der i30 beispielsweise Außenspiegel mit Umfeldbeleuchtung, Einparkunterstützung vorne und hinten, das schlüssellose Zugangssystem Smart-Key sowie Sitze in Leder-Stoff-Kombination mit Sitzheizung vorne. Die Klimatisierung funktioniert automatisch, ein Regensensor und ein Tempomat machen das Fahren angenehmer. In der Top-Ausstattung kostet der i30 je nach Motorisierung mindestens 20.300 Euro.

Zu den aufpreispflichtigen Extras, die Hyundai in Paketen gebündelt hat, gehören unter anderem ein elektrisch betätigtes Panorama-Hub-Schiebedach und ein Navigationssystem mit Rückfahrkamera. Außerdem im Angebot: eine hochauflösende TFT-LCD-Anzeige für die Instrumente, Xenon-Scheinwerfer mit Scheinwerferreinigungsanlage und adaptivem Fahrlicht, Voll-Leder-Ausstattung oder eine elektronische Parkbremse.

Sondermodell zum Marktstart

Zum Marktstart bietet Hyundai mit der so genannten Intro-Edition ein besonders günstiges Einstiegsangebot. Es basiert auf der Ausstattungslinie Classic in Verbindung mit den beiden 1,4-Liter-Motoren und ist in vier Metallic-Lackierungen, darunter dem exklusiv für die Intro-Edition erhältlichen Hazel Brown angeboten. An Bord sind zahlreiche Komfort-Features. Die i30 Intro Edition kostet als Benziner 18.990 Euro und als Dieselmodell 20.940 Euro. Gegenüber einem vergleichbaren Serienmodell ergibt sich ein Preisvorteil von bis zu 1.010 Euro.

Andreas Wehner

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