Suchen

Wirtschaft Diesel: Weitere Investoren fordern Millionen von Daimler

| Autor / Redakteur: dpa / Jens Scheiner

Daimler drohen weitere Verfahren in Folge der Diesel-Affäre. Investoren fordern nun einen Schadensersatz von insgesamt mehr als eine Milliarde Euro.

Firma zum Thema

Nach den Autobesitzern, klagen nun auch Daimler-Anleger und fordern ebenfalls Schadenersatz in Milliardenenhöhe.
Nach den Autobesitzern, klagen nun auch Daimler-Anleger und fordern ebenfalls Schadenersatz in Milliardenenhöhe.
(Bild: Daimler)

Anleger haben im Zusammenhang mit der Diesel-Affäre weitere Millionenklagen gegen den Autobauer Daimler eingereicht. Fast 250 Millionen Euro Schadenersatz verlangen die Kläger allein in einem Verfahren, in drei weiteren summieren sich die Forderungen zusätzlich auf etwa 100 Millionen Euro, wie das Landgericht Stuttgart auf Anfrage bestätigte. Hinter den Klagen stehen unter anderem verschiedene Fonds. Hinzu kommt noch eine Reihe weiterer neuer Verfahren, in denen es aber um geringere Beträge geht.

Insgesamt verlangen Daimler-Anleger in diversen Verfahren am Landgericht Stuttgart inzwischen deutlich mehr als eine Milliarde Euro Schadenersatz von dem Autobauer.

Im Kern geht es – wie auch bei den zahlreichen Klagen gegen den VW-Konzern und dessen Dachgesellschaft Porsche – um den Vorwurf, die Märkte seien zu spät über die finanziellen Folgen der Diesel-Affäre informiert worden. Dadurch seien die Daimler-Aktien, die die Anleger gekauft haben, zum damaligen Zeitpunkt viel zu teuer gewesen. Daimler weist die Vorwürfe zurück.

„Wir halten die Klagen für unbegründet und werden uns gegen die Vorwürfe mit allen juristischen Mitteln verteidigen“, sagte ein Sprecher.

Vergleich: Daimler zahlt an US-Anleger

Den Vorwurf der Behörden, in den Diesel-Fahrzeugen von Mercedes-Benz eine illegale Abgastechnik verwendet zu haben, weist Daimler ebenfalls zurück. Der Autobauer kooperiert aber nach eigenen Angaben mit den Behörden und spielt bei Hunderttausenden Fahrzeugen ein Software-Update auf. Die Rückrufe und diverse Verfahren haben den Konzern schon Milliarden gekostet. In einem Streit mit Anlegern in den USA, die eine Sammelklage eingereicht hatten, haben sich die Parteien inzwischen auf einen Vergleich geeinigt. Der sieht vor, dass Daimler 19 Millionen Dollar

(16 Millionen Euro) zahlt, um den Streit beizulegen.

(ID:46867430)