Suchen

Virtuelle Crashtests Digitales Kinder-Modell

| Redakteur: Bernd Otterbach

Ford arbeitet mit Nachdruck als einer der weltweit ersten Automobilhersteller an der digitalen Simulation eines Kinderkörpers.

Firmen zum Thema

Diese digitalen Rechenmodelle sollen jedoch nicht Dummies bei realen Crashtests ersetzen, sondern vornehmlich in der Forschung sowie in einer sehr frühen Phase der Fahrzeugentwicklung zum Einsatz kommen. Von ihnen erhofft sich der OEM in naher Zukunft Erkenntnisse, wie Verletzungen zustande kommen.

Man analysiere die Verletzungsmuster, wie sie bei realen Verkehrsunfällen auftreten, so Dr. Stephen Rouhana, Leiter Sicherheit innerhalb der Forschung und Entwicklung von Ford. Dabei wollen die Forscher herausfinden, ob Verletzungen bei jungen Autoinsassen anders entstehen als bei Erwachsenen und wie. Für die vorn Sitzenden gäbe es bereits hochmoderne Rückhaltesysteme. „Je mehr wir über den menschlichen Körper wissen, desto effektiver können wir unsere Airbag- und Gurtsysteme auch für die hinten Sitzenden verbessern.“

Elf Jahre Forschung

Die Erstellung eines digitalen Modells vom menschlichen Körper ist eine überaus komplexe Aufgabe. Allein in die Arbeit an der Simulation eines erwachsenen Autofahrers hat Ford elf Jahre investiert. Für die Simulation im Kindesalter setzen die Entwickler und Programmierer das digitale Modell Stück für Stück zusammen; vom Gehirn über den Schädel und den Nacken bis hin zum Brustkorb und die oberen und unteren Extremitäten. Allen Details werden spezielle Eigenschaften zugeordnet, die man aus der medizinischen Forschung und der Anatomie übernimmt. Die Einzelkomponenten werden anschließend am Rechner zu einem Gesamtmodell zusammengeführt und virtuell in einen menschlichen Körper integriert. Um dessen Übereinstimmung mit der Wirklichkeit fortlaufend zu optimieren, wird das elektronische Modell je nach neuen Erkenntnissen immer weiter verfeinert.

(ID:388107)