Gastbeitrag Warum die Digitalisierung der Lieferketten alternativlos ist

Ein Gastbeitrag von Jan-Hendrik Sohn

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Die aktuellen Krisen zeigen sehr deutlich, wie sensibel internationale Lieferketten sind. Hinzu kommen die erweiterte Nachhaltigkeitsberichterstattung und das deutsche Lieferkettengesetz. Die Digitalisierung wird zum Muss.

Hersteller und Zulieferer sollten auf eine möglichst umfassende Bewertung ihrer Lieferanten achten.
Hersteller und Zulieferer sollten auf eine möglichst umfassende Bewertung ihrer Lieferanten achten.
(Bild: ZF)

Der Einkauf ist gezwungen, sich neben dem Alltagsgeschäft mit sehr komplexen Themen auseinander zu setzen, die passenden Partner auszuwählen und seine Lieferketten durch eine engere Zusammenarbeit stabiler und flexibler zu gestalten. Vor allem müssen Einkäufer künftig in der Lage sein, bei Ausfällen oder Verletzung internationaler Corporate Social Responsibility (CSR)-Standards möglichst schnell passende Ersatzlieferanten zu finden. Dazu ist es notwendig, den Source-to-Pay-Prozess zu digitalisieren, sich konsequenter denn je mit dem Thema Risikobewertung auseinandersetzen – und allein aus Eigeninteresse deutlich mehr Transparenz in Lieferketten zu bringen.

Fehlende Transparenz führt zu unflexiblen Risikomanagement

Die Digitalisierung des Einkaufs wurde bisher selbst in größeren Unternehmen allenfalls halbherzig vorangetrieben. Papiergebundene Beschaffungsprozesse sind noch immer zu oft an der Tagesordnung, elektronische Rechnungen vielfach noch Zukunftsmusik. Die Folgen: Ausschreibungen sowie Qualifizierung, Onboarding und Bewertung von Lieferanten aber auch die Bearbeitung, Prüfung und Bezahlung eingehender Rechnungen sind aufwändig und nehmen viel Zeit in Anspruch. Hinzu kommen fehlende Transparenz über Lieferantenbeziehungen und daraus resultierende Abhängigkeiten von Sub-Tier-Lieferanten sowie ein unflexibles Risikomanagement.