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Vernetzte Produktion Digitalisierung: Smart und effizient mit Partnern

Autor / Redakteur: Tina Rumpelt / Thomas Günnel

Dürr Systems „goes smart“: Dr. Johannes T. Grobe stellte beim „Smart Factory Day“ der »Automobil-Industrie« smarte Lösungen von Dürr Systems für eine effizientere Fertigung vor. Wichtig dabei: Partner.

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Dr. Johannes T. Grobe, Vertriebschef Lackier- und Montagesysteme bei Dürr Systems, referierte beim Smart Factory Day zu smarten Lösungen für eine effizientere Fertigung.
Dr. Johannes T. Grobe, Vertriebschef Lackier- und Montagesysteme bei Dürr Systems, referierte beim Smart Factory Day zu smarten Lösungen für eine effizientere Fertigung.
(Bild: Stefan Bausewein)

Es geht um die künftige Wirtschaftlichkeit. „Smarte Anlagen“ tragen dazu bei, die Flexibilität einer Fertigung zu steigern, die Qualität zu verbessern und zugleich Time-to-Market und Investitionen zu reduzieren. Dr. Johannes T. Grobe, Vertriebschef Lackier- und Montagesysteme bei der Dürr Systems GmbH, stellte auf dem „Smart Factory Day“ der »Automobil-Industrie« am 28. November in München das Digital-Portfolio seines Unternehmens vor. Unter dem großen Begriff „Smart Future“ bündelt Dürr „Smart Products“, „Smart Services“, „Smart Processes“ und „Smart Factories“.

Smart: Die Fabrik denkt mit

„Der digitale Wandel ist ein Turbo für die Effizienzsteigerung von Produktionsanlagen“, sagte Grobe. Mit intelligenter Technik lassen sich riesige Datenmengen sammeln und auswerten, um die Produktion zu optimieren. „Smart Products“, wie die Lackierdosierpumpe von Dürr regulieren sich selbst. Durch Sensoren und Software ermittelt sie, ob die Lackierung stimmt, wann die nächste Wartung fällig ist und wie lange es noch dauert, bis ein Bauteil abgenutzt ist. Ein Beispiel für „Smart Services“ ist die vorausschauende Wartung. Maschinen und Anlagen werden nicht mehr in festgelegten Intervallen gewartet, sondern erst, wenn sich Bedarf abzeichnet. „Das verlängert die Laufzeit und steigert die Verfügbarkeit“, erläuterte Grobe. Tritt eine Störung auf, können die Service-Experten über das Internet auf eine Maschine überall auf der Welt zugreifen. Digital-Werkzeuge und -Prozesse werden aber auch genutzt, um zum Beispiel Anlagen virtuell in Betrieb zu nehmen und zu simulieren.

Smart Factory Day 2017
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Der nächste Schritt ist die Verbindung all dieser Systeme und Prozesse zur „Smart Factory“. Grobe stellte auf dem Fachkongress die Softwareplattform „iTAC.IoT.Suite“ vor: „Sie ist das Gehirn der Smart Factory“. Ende 2015 hat Dürr die iTAC Software AG übernommen. Die Software erteilt die Befehle an die Maschinen, erkennt, welches Material benötigt wird und misst den Energieverbrauch. Im Kern besteht die Software aus einem Manufacturing-Execution-System (MES) zur Produktionssteuerung. Hinzu kommen neue technische Konzepte wie die Big-Data-Analyse. Damit lassen sich gewaltige Datenmengen verarbeiten und komplexe Produktionsprozesse sehr exakt steuern. Grobe: „Der Kundenvorteil besteht auch darin, dass durch die Datenanalyse Wechselwirkungen und Zusammenhänge erkannt und Ableitungen vorgenommen werden können – und sich so Optimierungsmöglichkeiten erkennen lassen.“ Die Steuerung der Werke beziehungsweise der Produktionsanlagen erfolgt über Cloud-Lösungen.

Ziel: Eine Plattform als Branchenstandard

Im Spätsommer dieses Jahre gründete Dürr mit DMG Mori, der Software AG, Zeiss und ASM PT das Joint Venture „Adamos“ (ADAptive Manufacturing Open Solutions). Adamos ist die erste Industrielle Internet-of-Things-Plattform (IIoT), die auf die Anforderungen der Maschinen- und Anlagenbauunternehmen abgestimmt ist. Wie Grobe ausführte, ziele die Allianz darauf, einen offenen globalen Branchenstandard zu etablieren und auch weitere Maschinenbauer als Partner zu gewinnen. Adamos sei herstellerneutral und ermögliche es anderen mittelständischen Unternehmen, ihre System mit einzubinden. „Sie versetzt Maschinenbauer in die Lage, ihren Kunden mit geringem Aufwand erprobte Lösungen für die digital vernetzte Produktion anzubieten“, führte Grobe aus.

Eine „Smart Factory“ à la Dürr gewährleiste, so Grobe, eine hohe Effizienz durch den direkten Zugriff auf alle relevanten Informationen. Auch ein Web-basierter Werksvergleich in Echtzeit werde so möglich. Darüber hinaus stellt er die einfache Bedienbarkeit und den geringen Wartungsaufwand in den Vordergrund. Auch sei eine schrittweise Realisierung, also zum Beispiel Werk für Werk, problemlos möglich.

Wer ist schneller?

Konkurrenz belebt das Geschäft, damit muss auch Dürr Systems leben. SAP und Siemens beispielsweise arbeiten ebenfalls an offenen IIoT-Plattformen. Adamos, so erläuterte Grobe, offeriere seinen offenen Standard explizit für die mittelständisch geprägte Werkzeugmaschinenindustrie und damit für die eigene Branche. „Wie es ausgeht, wissen wir noch nicht“, gibt Grobe zu. Entscheidend werde die Geschwindigkeit der Umsetzung sein.

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