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Mobilität DLR präsentiert flexibles Shuttle-Konzept

| Autor: Sven Prawitz

Gemeinsam mit Partnern entwickelt das DLR ein flexibel einsetzbares Shuttle. Der erste Prototyp wurde nun vorgestellt.

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Das Projekt U-Shift zeigte einen ersten Prototypen des modular aufgebauten Fahrzeugs.
Das Projekt U-Shift zeigte einen ersten Prototypen des modular aufgebauten Fahrzeugs.
(Bild: DLR)

Ob als On-demand-Shuttle, Rufbus, als flexibles Verteilzentrum für Güter und Pakete oder als mobiles Verkaufsgeschäft – ein Forschungskonsortium unter Leitung des Deutschen Zentrums für Luft- und Raumfahrt (DLR) entwickelt ein Fahrzeug, das die genannten Geschäftsmodelle ermöglichen soll. Das „U-Shift“ genannte Konzept wurde nun in Stuttgart vorgestellt.

Eine Basis, unterschiedliche Kapseln

Der Prototyp ist etwa 5,60 m lang, 2,20 m breit und 3,00 m hoch, fährt derzeit ferngesteuert und laut DLR künftig komplett autonom. Kern des Konzepts ist ein modularer Aufbau, der unterschiedliche Einsatzmöglichkeiten bieten soll. Alle teuren, technischen Komponenten sollen im unteren Teil, dem „Driveboard“, verbaut sein. Der Aufbau ähnelt damit dem 2018 vorgestellten „Snap“ von Rinspeed.

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Darauf können unterschiedliche Kapseln gesetzt werden – je nach Anwendungsfall. Die Personenkapsel ist mit sieben Sitzplätzen und einem Klappsitz ausgestattet. Für einen barrierefreien Einstieg sorgt eine große Tür mit integrierter Rampe. Die Cargo-Kapsel bietet Platz für vier Europapaletten oder acht Gitterrollwagen. Für das Jahr 2024 ist ein zweiter, voll automatisiert und rund 60 Stundenkilometer schnell fahrender Prototyp geplant.

Elektrischer Antrieb und Motion Control

Mit Hilfe des Prototyps wollen die Forscher erste Erfahrungen mit dem System sammeln – sowohl in der Handhabung der Kapseln, als auch hinsichtlich Produktion und Betrieb des Shuttles. In einem nächsten großen Schritt soll die Leistung des Antriebsstrangs gesteigert, Hardware und Sensoren für das automatisierte und vernetzte Fahren eingebaut, ein neues Batteriesystem getestet sowie Fahrwerk und Hubvorrichtung weiterentwickelt werden.

Für einen Großteil dieser Systeme steuert das Forschungsinstitut für Kraftfahrwesen und Fahrzeugmotoren Stuttgart (FKFS) Entwicklungsdienstleistungen bei. Das FKFS ist verantwortlich für den elektrischen Antrieb, die Batterie, das Energie- und Thermomanagement sowie die Trajektorienfolgeregelung. Dazu zählt eine situations- und beladungsabhängige Regelung der Fahrzeugbewegung (Motion Control).

Projekt U-Shift

Ziele des Projekts sind auch die Erforschung und konzeptionelle Weiterentwicklung von Fahrzeugkomponenten und notwendiger Infrastruktur. Neben dem Konsortialführer DLR und dem FKFS gehören dem Forschungskonsortium noch das Institut für Fahrzeugsystemtechnik und das Institut für Technik der Informationsverarbeitung am Karlsruher Institut für Technologie an, die das Fahrwerk beziehungsweise die E/E-Architektur beisteuern. Für die Automation zeichnet das Institut für Mess-, Regel- und Mikrotechnik der Universität Ulm verantwortlich.

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 Sven Prawitz

Sven Prawitz

Technikjournalist