Concept Car DLR zeigt Oberklasse-Fahrzeug mit Brennstoffzellen-Plug-in-Hybrid

Von Svenja Gelowicz

Leichtbau, Tempo 180 und Fokus auf die Mittel- und Oberklasse: Das Interurban Vehicle des Deutschen Zentrums für Luft- und Raumfahrt hat wenig mit Verzicht zu tun.

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Drei Demo-Fahrzeuge, die das Deutsche Zentrum für Luft- und Raumfahrt entwickelt hat. Rechts sieht man das sogenannte Interurban Vehicle (IUV).
Drei Demo-Fahrzeuge, die das Deutsche Zentrum für Luft- und Raumfahrt entwickelt hat. Rechts sieht man das sogenannte Interurban Vehicle (IUV).
(Bild: DLR)

Die Entwickler des Deutschen Zentrums für Luft- und Raumfahrt, kurz DLR, haben ein Konzept für ein Mittel- und Oberklassefahrzeug entwickelt, das emissionsfrei über eine Strecke von bis zu 1.000 Kilometer unterwegs sein kann. Das sogenannte Interurban Vehicle (IUV) ist fünf Meter lang und zwei Meter breit und kann bis zu fünf Personen transportieren. Dank Leichtbauwiese wiegt die Rohkarosserie nur 250 Kilogramm. Das Fahrzeug wurde auf den Automatisierungsgrad 4 ausgelegt. Die Vordersitze sind deshalb drehbar, damit sich die Insassen gegenüber sitzen können. Besonders auffällig allerdings ist das Antriebskonzept der Studie.

Wasserstofftank und Batterie

Das Fahrzeug kombiniert eine Brennstoffzelle mit einer Leistung von 45 Kilowatt, einen Wasserstoff-Drucktank mit 700 Bar und eine 48-kWh-Batterie. Die E-Motoren mit einer Gesamtleistung von 136 Kilowatt könnten das Fahrzeug auf bis zu 180 km/h beschleunigen. Wechselakkus und schnelles Wasserstofftanken sollen den Nutzern Zeit sparen.

Die Entwickler haben die Brennstoffzelle im Vorderwagen verbaut und die Batterie im Heck. Der Wasserstofftank wiederum befindet sich im Unterboden und fasst etwa 7,5 Kilogramm Wasserstoff. Ein Fokus der Innovation liege auch auf dem Energiemanagement und einem Metallhybrid-Speicher. Dank letzterem lasse sich ein Teil der Druckdifferenz zwischen dem Wasserstofftank mit 700 Bar und der Brennstoffzelle mit fünf Bar nutzen, um zusätzliche Kälte für die Klimatisierung des Fahrzeugs zu erzeugen und die Kältemaschine zu unterstützen.

„Für das Projekt haben wir das IUV als rollfähigen Karosserie-Demonstrator aufgebaut. Dieser vermittelt einen ersten Eindruck, wie das Fahrzeug in der Praxis aussehen könnte“, sagt Projektleiter Sebastian Vohrer vom DLR. „Gleichzeitig konnten wir mit Hilfe des Demonstrators zentrale Bauteile und Technologien besser entwickeln, an Prüfständen vermessen und testen.“

Dank Leichtbau: Leergewicht bei 1.600 Kilogramm

Um die Reichweite zu erhöhen und zugleich den Energieverbrauch zu drücken, sei Leichtbau ein wichtiges Element. „Die Rohkarosserie des IUV wiegt nur 250 Kilogramm und damit rund ein Viertel weniger als aktuell in diesem Fahrzeugsegment üblich“, erklärt Vohrer.

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Die Karosserie bestehe zu einem hohen Anteil aus faserverstärkten Kunststoffen, außerdem setzen die Entwickler Aluminium oder Sandwich-Materialien ein. Letztere kombinieren beispielsweise eine Decklage aus Faserverbundmaterial mit einem leichten Kern aus Kunststoffschaum oder auch nachhaltigen Werkstoffen wie Balsaholz.

Die DLR-Studie muss ohne Mittelsäule auskommen. Ein Seitenschweller unterhalb der Seitentüren soll den Wasserstofftank und die Passagiere bei einem seitlichen Aufprall schützen.

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